Mittwoch, 28. Januar 2026
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Sicherung der historischen Fassaden der Bauakademie Berlin

Bauakademie Berlin

Der Senat von Berlin hat in seiner Sitzung am 20. Januar 2026 eine städtebaulich für Berlin sehr bedeutsamen Beschluss gefasst. — Die Berliner Bauakademie von Karl Friedrich Schinkel soll als ein herausragendes Zeugnis europäischer Architektur wieder erstehen und rekonstruiert werden. Christian Gaebler (SPD), Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat damit den Bericht an das Abgeordnetenhaus zur Sicherung der Wiederherstellung der historischen Fassaden der Bauakademie zu Grundlage des Wiederaufbaus zum städtebaulichen Auftrag gemacht.

Die Berliner Bauakademie, auch Schinkelsche Bauakademie genannt, war eine Institution die 1799 von Friedrich Wilhelm III. zur Ausbildung von Architekten gegründet wurde. Damit war die Bauakademie auch eine Vorgängerin der Technischen Universität Berlin. Das architektonisch und kunsthistorisch höchst bedeutsame Gebäude mit seiner roten Ziegelfassade wurde 1832 bis 1836 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtet. Es gilt in der Architekturtheore als ein früher Ursprungsbau der architektonischen Moderne.

Seit ihrer Teilzerstörung 1945 und dem Abriss nach bereits angefangenem Teil-Wiederaufbau 1962 ist die Vergangenheit dieses Gebäudes wieder gegenwärtig im Stadtbild. Seitdem gibt es in Berlin wieder viele engagierte Köpfe und Initiativen, die das Bauwerk in Berlins Mitte wieder errichten wollen.

Kursbestimmung und Neuanfang für den Städtebau in Berlin

Mit dem neuen Beschluss zur Rekonstruktion der Fassaden in der historischen Gestalt, setzt der Berliner Senat den Auftrag des Abgeordnetenhauses vom 19. Dezember 2024 um. Ziel ist es nun, sich beim Bund und der Bundesstiftung Bauakademie für eine originalgetreue Wiederherstellung der Fassaden einzusetzen.

In Verhandlungen zwischen dem Land Berlin, der Bundesstiftung Bauakademie und Vertretern des Bundes wurde eine gemeinsame Zielformulierung für den Auslobungstext des Realisierungswettbewerbs erarbeitet. Die historische Fassadenrekonstruktion wird darin als maßgebliches Leitbild verankert.

Es wurden verbindliche Vorgaben für die Gebäudehülle festgelegt:

  • Orientierung am Schinkel‘schen Original
  • Verwendung der spezifischen baukünstlerischen Gliederungselemente
  • Verwendung historischer Ziegel.

So wird sichergestellt, Anmutung, Materialität und Fernwirkung des ehemaligen Denkmals als Vorgaben für die Realisierung umzusetzen. Das äußere historische Erscheinungsbild wird somit gewahrt. Dennoch wird es im Detail zeitgemäße Anpassungen geben, etwa um barrierefreien Zugang zu schaffen und im Gebäude eine nachhaltige und moderne Nutzung zu gewährleisten.

Für den kommenden Architekturwettbewerb gibt es damit eine stimmige positive Grundlage, denn an der gemeinsamen Formulierung für die Zielsetzung für den Wettbewerb waren Vertreterinnen und Vertreter aller tragenden und mitwirkenden Institutionen beteiligt: die Berliner Senatskanzlei, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauen — und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und die Bundesstiftung Bauakademie.

Der 20. Januar 2026 kann so auch als Startschuss für eine neue Baupolitik in Berlin angesehen werden, die architektonischen und baukulturellen Anspruch mit städtebaulicher Aufbruchstimmung verbinden kann.


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