Die Kornelkirsche ist ein echter Frühblüher. Noch bevor das erste Laub austreibt, entfalten sich die kleinen goldgelben Blüten der Kornelkirsche. Sehr früh im Jahr, bereits während der ersten warmen Tagen von Februar und März sieht man die zarten doldenförmigen Blüten am Wegesrand und sogar im Stadtbild. Die Büsche der Kornelkirsche verzaubern die Stadt noch bevor die Frühlingsboten Forsythien zum Leben erwachen.
Die Kornelkirsche, lat. Cornus mas, hat viele Namen. Man kennt sie auch als Gelber Hartriegel, Herlitze, Dürlitze, Hirlnuss, in Österreich auch Dirndl genannt und in der deutsch sprachigen Schweiz Tierlibaum.
Das Hartriegelgewächs erscheint als Strauch und wächst bis zu einem halben Meter Höhe. Die aufstrebenden Äste sind oft mehrstämmig und sehen im Alter baumartig aus. Das Gehölz ist sehr langlebig und kann in der Natur bis zu 100 Jahre alt werden. Bei guter Pflege erreichen sie sogar ein Alter von mehr als 200 Jahren.
Der heimische Klimabaum der Zukunft
Kornelkirschen sind ökologisch sehr wertvoll gerade in der Zeit des Klimawandels. Ihren Ruf als heimische Zukunftsbäume verdanken sie ihrer Anspruchslosigkeit in Bezug auf die Bodenverhältnisse. Zwar gedeihen sie besonders auf nährstoffreichen Böden, kommen aber auch mit nährstoffarmen Böden gut zurecht. So gedeihen Kornelkirschen auch auf den mageren und trockenen Sandböden von Berlin sehr gut.
Berlin wird durch das Warschau-Berliner Urstromtal durchzogen, durch das Spree und Havel fließen. Aufgrund dieser eiszeitlichen Prägung gibt es in Berlin auch Kalkböden, die das Wachstum der Kornelkirsche sehr begünstigen. Auch andere Heckpflanzen wie zum Beispiel Buchsbaum und die Rotbuche bevorzugen kalkhaltige Standorte wie Berlin.
Frühe Bienenweide
Die frühe Blüte der Kornelkirsche ist für Bienen, Hummeln und andere Insekten ein sicheres, frühes Nahrungsangebot im Jahr. Nektar und Pollen kommen Honig- und Wildbienen gleichermaßen zu Gute. Bienen, Hummeln und Schwebfliegen können damit eine große Lücke im Pollenkalender überbrücken.
Für viele Vögel dient die oft dichte Krone des Strauches als idealer Nistplatz, der ihnen Schutz vor Nesträubern bietet.
Leckere Beerenfrüchte bei Menschen weniger bekannt
Im Spätsommer reifen die Beeren der Kornelkirsche. Sie sind für Mensch und Tier gleichermaßen essbar. Die Kornellen enthalten einen hohen Anteil an Vitamin-C. Der herb-säuerliche Geschmack prädestiniert sie für die Verarbeitung von süßen Speisen wie Marmelade und Likör. Aber auch roh ist die reife Beere köstlich.
Die essbaren „Kirschen“ sind bei Vögeln heiß begehrt, so dass Gourmets sich ins Zeug legen müssen, um ihnen zuvorzukommen. Sie schmecken unter anderem Kernbeißer, Dompfaff, Kleiber und Eichelhäher. Vor allem in Süd- und Osteuropa hat die Verwertung von Kornellen als Marmelade, Kompott, Gelee oder Obstbrand eine lange Tradition.
Kornelkirschen sind generell der Gesundheit sehr zuträglich. Sie enthalten bedeutende Mengen an Kalium, Eisen und Antioxidantien. Ihre antibakterielle Wirkung hilft bei Erkältungen und Blasenentzündungen. Darüber hinaus haben sie eine fieber- und blutdrucksenkende Wirkung. Bekannt sind auch viele weitere gesundheitliche Anwendungen in der Heilkräuterküche, die gegen rheumatische Arthritis, Gicht wirken und Ödeme im Körper reduzieren.
Artenschutz & Biodiversität in Berlin
Die Kornelkirsche eignet sich sehr gut zur Nachpflanzung im Wohnumfeld. Als Solitärstrauch mit Drahtballen und einer Größe von bis zu 2 Metern sind rund 460,– € anzulegen. Kleine Pflanzen sind schon ab ca. 7,95 € zu haben, und wachsen binnen drei-bis vier Jahren zu einem entsprechend hohen Strauch heran. Das Wohnumfeld und raumbildende Pflanzenbestände und Hecken können durch eine ganze Reihe von Vogelschutzgehölzen ökologisch verbessert werden. Wie wäre es, eine Aktion in der Nachbarschaft mit Vorher-Nachher Bildern zu zeigen?
Weitere Informationen:
Kornelkirsche: Sind die Früchte giftig oder essbar?
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