Das am 21. November 2025 in Kraft getretene Klimaanpassungsgesetz Berlin (KAnGBln), verpflichtet das Land Berlin gemäß § 11 zur Erstellung einer Klimarisikoanalyse. Diese Analyse dient als fachübergreifende und integrierte Entscheidungsgrundlage für die Entwicklung eines Klimaanpassungsprogramms sowie einer vorsorgenden Klimaanpassungsstrategie. Die Klimarisikoanalyse für das Land Berlin wurde am 02.03.2026 veröffentlicht (Pressemitteilung). Sie präsentiert zentrale Ergebnisse der systematischen und räumlich differenzierten Bewertung der klimawandelbedingten Risiken.
Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Referat Klimaschutz und Klimaanpassung, schreibt dazu: „Der Klimawandel stellt das Land Berlin bereits heute und in zunehmendem Maße vor komplexe Herausforderungen. Steigende Durchschnittstemperaturen, häufigere und intensivere Hitzeperioden, längere Trockenphasen sowie vermehrt auftretende Starkregenereignisse wirken sich in vielfältiger Weise auf Menschen, Umwelt und städtische Infrastrukturen aus. Innerhalb des Stadtgebietes ergeben sich dabei große lokale Unterschiede in der Betroffenheit. Insbesondere Innenstadtbereiche mit hohem Bebauungsgrad und Flächen mit starker Versiegelung sowie Bereiche im Einzugsgebiet der Mischwasserkanalisation weisen eine Häufung von Risiken auf.“
Umfangreiches und detailliertes Kartenwerk
Dazu wurde von beauftragten Planungsbüros Im Rahmen einer umfassenden Bestandsaufnahme beobachtete und erwartbare Klimaveränderungen ausgewertet. Es wurden dabei auch relevante Klimafolgen sowie ihre Risikobewertung analysiert.
Die Klimarisikoanalyse identifiziert klimawandelbedingte Risiken in zwölf betroffenen Handlungsfeldern und schafft eine Grundlage zum Umgang mit diesen im Land Berlin.
Parallel wird der Bericht durch Betroffenheitskarten für sämtliche Handlungsfelder ergänzt, welche die jeweils wichtigsten klimatischen Gefährdungen und Sensitivitäten aufzeigen. Die zentralen Ergebnisse der Betroffenheitskarten sind in einer integrierten Hotspot-Karte zusammengefasst.
Die Klimarisikoanalyse Berlin bietet mit dem Bericht und der Hot-Spot-Analyse einen einheitlichen Rahmen, der wissenschaftliche Erkenntnisse und fachliche Bewertungen mit einer räumlichen Analyse verbindet. Dies soll künftig eine zielgerichtete und umsetzungsorientierte Klimaanpassung im Land Berlin
ermöglichen.
Die Klimarisikoanalyse Berlin wurde auf dem Stadtportal Berlin.de veröffentlicht. Das Kartenwerk ermöglicht die Erkennung von Schwerpunktfeldern und besonderen Klima-Risiken, für die es geeignete
Ausgleichsmaßnahmen geben muss.
Kritik und wirtschaftliche Folgenabschätzungen
Angesichts der stadtentwicklungspolitischen Bedeutung und bereits geplanter kreditfinanzierter Maßnahmen, etwa zu Baumpflanzungen und Personalaufstockungen ist eine umfangreiche kritische Einordnung erforderlich!
Die Gutachter sprechen z.B. beschönigend von „Hitze und längeren Trockenperioden,“ bei denen die nicht zum Grundwasser reichende Vegetation durch Wassermangel geschädigt werden kann.
Richtiger ist es dagegen von „längeren Dürreperioden“ zu sprechen, bei denen die nutzbare Wasserkapazität wochenlang gegen Null geht und bei denen schon wenige Hitzetage mit „durstiger Luft“ (geringer Luftfeuchtigkeit“ Stadtbäume „abtöten“ können.
Damit stellt sich die Frage ob das Ziel des am 3. November 2025 beschlossene 1. Klimaanpassungsgesetz, das sogenannte BäumePlus-Gesetz, realistisch ist, rund 560.000 neue Bäume in Berlin zu pflanzen.
Schon heute reicht die Bewässerungspflege für neu gepflanzte Straßenbäume nur bis in das 6 Jahr nach Pflanzung.
Ob das in Berlin ab 2030 verfügbare Wasserdargebot des Wasserhaushalts, der Spree und Havel ausreicht, um den sommerlichen Bewässerungsbedarf zu decken, ist noch zweifelhaft.
Kommunalpolitisch und finanzpolitisch hat man sich Aktionismus einer Bürgerinitiative aufgeladen, ohne die wasserwirtschaftlichen Grundlagen zu bilanzieren. Die Prioritäten der Investitionsplanung für das Bäume-Plus-Gesetz sind somit falsch gesetzt, solange es keine nachhaltige Wasserhaushaltsplanung und
Wasserversorgungsplanung für das Land Berlin gibt. m/s
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