Von Amina Mendez
Der Schinkelplatz befindet sich in bester Stadtlage, im Herzen von Berlin-Mitte. Nur ein paar Schritte entfernt von der Straße Unter den Linden, ist der Platz von bedeutenden Sehenswürdigkeiten umringt. Staatsoper, Berliner Dom und Museumsinsel befinden sich in unmittelbaren Nachbarschaft. Das Stadtschloss Berlin liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Kupfergrabens und zieht alle Aufmerksamkeit der Touristen auf sich. Umringt von so vielen Monumenten trägt der Schinkelplatz mit seiner Zartheit und filigranen Gestalt zu einer besonderen Atmosphäre bei. Die noch immer unfertige Schinkelsche Bauakademie fehlt im Stadtraum. Ein rekonstruiertes Fassadenteil zeigt eine Vorschau auf die kommende Rekonstruktion der künftigen Bauakademie Berlin.
Die Skulpturen von drei lebensgroßen Persönlichkeiten auf ebenso hohen Sockeln, dazu Blumenbeete, und kunstvoll gepflasterte geometrische Flächen und ein kreisrunder Fontänenbrunnen geben dem Schinkelplatz seine außergewöhnliche Wirkung.
Im Sommer wenn die um den Brunnen gepflanzten Blumen in voller Blüte stehen, nutzen viele Touristen den Platz zusammen mit dem Stadtschloss als Fotomotiv, um ihre Erinnerungen an den Berlin-Besuch mit Leben zu füllen.
Der Schinkelplatz selbst hat eine ebenso bedeutende und abwechslungsreiche Vergangenheit wie die Monumente in seiner Nachbarschaft. Bis 1830 befand sich an seiner Stelle das Hauptzollamt für den Schiffsverkehr von und nach Berlin. Friedrich Schinkel lies das alte Zollamtsgebäude abreißen und verlegte das neue Gebäude hinüber zur Museumsinsel.
Das alte Zollamt wurde durch einen Stadtplatz von der ungewöhnlichen Form eines schmalen Dreiecks, das ca. 1700 m² groß war, ersetzt. Gartenkünstler Peter Joseph Lenné plante das Areal als Schmuckplatz und nannte es nach seinem Standort „Platz vor der Bauakademie“.
Das kreisrunde Beet wurde 2022 in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Grün des Bezirks Mitte von der Stiftung KLEINE PLÄTZE neu mit Stauden nach Plänen des Landschaftsarchitekten Christian Meyer bepflanzt.

Denkmal zur Erinnerung an die Geschichte der Brandenburgischen Kartoffel
Den Namen „Schinkelplatz“ erhielt er erst 1869. Von 1861 bis 1869 wurden drei Skulpturen auf der Fläche errichtet. Es waren die Abbildungen von Schinkel, Beuth und Thaer, drei Stellvertreter des städtischen Bürgertums, die ihr Ansehen durch Leistung für das Gemeinwohl und nicht nur durch adlige Geburt erlangt hatten. Die Auswahl dieser Persönlichkeiten war ein Novum in der damaligen Zeit. Deshalb brannte sich der Ausspruch von Bildhauer Christian Daniel Rauch damals in die Herzen des Volkes. Er sprach von den „ersten Helden auf öffentlichem Platze ohne Degen“, noch heute tut der Spruch seine Wirkung.
In der Mitte stand die Skulptur von Friedrich Schinkel, links war Peter Christian Wilhelm Beuth und rechts Albrecht Daniel Thaer in Form gearbeitet. Alle drei hatten große Verdienste für die Gesellschaft erbracht. Beuth reformierte das Gewerbewesen und trug so zur Transformation des Manufakturwesen zur industriellen Fertigung mit bei. Thaer begründete den wissenschaftlichen Landbau. Er führte die Fruchtfolge im Ackerbau ein und brachte die Kartoffel ins sandige Brandenburg. Karl Friedrich Schinkel war ein Architekt und Stadtplaner. Er entwarf zeitlose Bauwerke wie die Nikolaikirche in Potsdam, das Alte Museum in Berlin, die Schinkelsche Bauakademie und die Friedrichswerdersche Kirche, die sich beide in unmittelbarer Nachbarschaft des Schinkelplatzes befinden.
Hoch sprudelt die Fontäne aus dem Brunnenwasser. Die Pumpe ist von einem Kranz bronzener Akanthusblätter umgeben, die ihr einen edlen Charakter verleihen, ähnlich wie bei den Brunnen am Hausvogteiplatz in Mitte und am Pariser Platz in Wilmersdorf.
Die gewundene, natürlich wirkende Form macht das Ornament zu einem beliebten Motiv in der Architektur. Seit dem 5. Jahrhundert v.Chr. werden Akanthusblätter und -rosetten als Ornamente in Baukunst, Buchdruck, Porzellanmalerei und anderen Fertigungsbereichen eingesetzt. Botanisch ist die mediterrane Pflanze auch als Herkuleskraut oder Bärenklau bekannt.

Auf dem Platz hinter den drei Denkmälern befindet sich eine halbkreisförmige Bank aus rotem poliertem Granit. Dort kann man stundenlang sitzen und dem Wasserspiel des Springbrunnens zuschauen. Das gleichförmige ununterbrochene Plätschern hat eine wohltuende Wirkung. Man kann das Kommen und Gehen der Touristen beobachten, in der Berliner Geschichte schwelgen oder einfach nur von einem kühlen Bier an einem heißen Sommertag träumen.
Das rekonstruierte Fassadenelement von Schinkels Bauakademie weckt Vorfreude auf die kommende vollständige Rekonstruktion und den künftigen Sitz der Bundesstiftung Bauakademie.
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Aus der Reihe: Gartendenkmale in Berlin-Mitte
