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Gruppenausstellung „Recession Grimace“

Ruine der Klosterkirche

Am 13. August, um 18 Uhr, eröffnet die Gruppenausstellung „Recession Grimace“ in der Klosterruine Berlin.
Die Ausstellung versammelt Arbeiten von 5 Künstlerinnen & Künstlern:

– Lisa Gutscher,
– Jake Kent,
– Tanoa Sasraku,
– Paul Sochacki
– Sung Tieu.

Der Titel „Recession Grimace“ (Grimasse der Rezession) stammt aus Lauren Berlants Studie „Cruel Optimism” von 2011 über Kapitalismus und Affekt und bezeichnet einen Gesichtsausdruck, der als „neue Maske“ in dem ausgedehnten Moment erscheint, in dem deutlich wird, dass Optimismus grausam sein kann und die Hoffnung in der Tat trügerisch war.

Berlant analysiert in ihrer Studie Erfahrungen mit systematischer Prekarität und sozialer Ungleichheit im Spätkapitalismus, welche die Gegenwart für viele Menschen unlebbar machen. Die reale Gefahr einer erneuten Rezession scheint dabei paradoxerweise die Möglichkeit auszuschließen, die dramatische Lage zu begreifen. Die Zukunftslosigkeit existierender Verhältnisse will einfach nicht zur politischen Realität gerinnen. Stattdessen wird die Krise immer weiter individualisiert und pathologisiert.

5 Positionen in der Ausstellung „Recession Grimace“

Die fünf in „Recession Grimace“ versammelten Positionen wenden sich von den gängigen Analysen dieses Mechanismus ab und zeichnen eine affektive Landkarte von Verlust, Enttäuschung und Ungehorsam, in der das Persönliche und das Politische nicht voneinander zu unterscheiden sind. Entgegen einer Habitualisierung und Institutionalisierung von Kritik, bei der die Integrität des meist männlichen, weißen Subjekts ausschlaggebend bleibt, sprechen die hier versammelten Werke von Kritik als einer Arbeit, in der das Subjekt und der Gegenstand seiner Auseinandersetzung permanent drohen, sich gegenseitig zu unterlaufen. In einer Ruine zeitgenössischer Gefühle zeigen uns die Künstlerinnen und Künstler, dass manche Dinge erst dann in den Fokus rücken, wenn wir uns weigern, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

Das diesjährige Sommerprogramm ist Teil des zweijährigen Programms „Times in Ruins“, das vom künstlerischen Leiter Christopher Weickenmeier konzipiert wurde. „Times in Ruins“ verwandelt die Klosterruine in einen Ort der aktiven Auseinandersetzung mit verschiedenen Zeitlichkeiten und zeitgenössischen Zeiterfahrungen.

Hygiene-Maßnahmen und Masken & Abstände

Die Ausstellung findet Open-Air statt. Zum Schutz der Besuchenden wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und um Mindestabstand von 1,5 Metern gebeten.

Austellung „Recession Grimace“ | 13. August – 3. Oktober 2020
Öffnungszeiten täglich 10 – 18 Uhr

Ruine der Franziskaner Klosterkirche
Klosterstraße 73a | 10179 Berlin | www.klosterruine.berlin


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