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Ciprofloxacin: Antibiotikum mit gefährlichen Nebenwirkungen

Ciprofloxacin

Eines der am häufigsten eingesetzten Breitband-Antibiotika löst heftige, zum Teil irreparable Nebenwirkungen hervor. Die unerwünschten Begleiterscheinungen haben die amerikanische Zulassungsbehörde alarmiert. Die FDA gab 2016 eine Warnung heraus. Demnach kann die Einnahme von Fluorchinolon-Antibiotika (früher Gyrasehemmer) unerwünschte Wirkungen haben, die «zur Behinderung führen und potenziell dauerhaft» seien.
Der Fall ist brisant, denn Ciprofloxacin ist bisher erste Wahl, weil es gegen ein breites Spektrum an Bakterien wirkt und einen erfolgreichen Ausgang einer Antibiotika-Therapie wahrscheinlich macht.

Ciprofloxacin kann, ebenso wie andere Antibiotika der Gruppe, heftige und zum Teil irreparable Nebenwirkungen hervorrufen. Dazu zählen:

– Sehnenentzündungen und -risse | – Gelenk-, Muskel- und Hautschmerzen | – Taubheitserscheinungen
– Herzrhythmusstörungen | – Leberschäden | – Halluzinationen | – Verwirrung |- Angststörungen
– epileptische Anfälle | – heftige Durchfälle | – Depressionen | – Suizidgedanken

Forscher der University of Eastern Finland haben nun einen ersten Anhaltspunkt gefunden, woher diese Nebenwirkungen rühren könnten. Wie sie im Fachjournal «Nucleic Acids Research» berichten, schädigt das Ciprofloxacin die DNA von Mitochondrien (mtDNA), den Kraftwerken der menschlichen Zellen.

Als das Team um Anu Hangas im Labor mtDNA mit dem Breitband-Antibiotikum behandelten, beobachteten sie einen «dramatischen Effekt». Dieser führte dazu, dass die Energieproduktion der Mitochondrien nachliess, wie die Hochschule mitteilt. Aus Sicht der Forscher könnte das die Nebenwirkungen erklären.

Das Fachjournal «Nucleic Acids Research» berichtet, das Ciprofloxacin schädigt die DNA der Mitochondrien (mtDNA), den Kraftwerken der menschlichen Zellen.

Als das Team um Anu Hangas im Labor mtDNA mit dem Breitband-Antibiotikum behandelten, beobachteten sie einen «dramatischen Effekt». Dieser führte dazu, dass die Energieproduktion der Mitochondrien nachlies. Dies erklärt nach Meinung der Forscher die Nebenwirkungen.

Einschaltung der Europäischen Arzneimittel Agentur (EMA)

Inzwischen ist der Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) mit dem Them Fluorchinolone befasst.

Verantwortliche empfehlen, fluorchinolonhaltige Antibiotika künftig nicht mehr zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Infektionen einzusetzen. Auch soll verboten werden, derartige Präparate zur Vorbeugung von Reisediarrhö oder Harnwegsinfektionen zu verschreiben.
Die Empfehlungen des EMA-Ausschusses liegen nun dem Komitee für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur vor, das das endgültige Gutachten verabschieden muss.

ms
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