Freitag, 02. Oktober 2026
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Deutschlands Demokratie in der Falle der Identitätspolitik

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Die Wahlen in Sachsen-Anhalt und in Berlin haben die politische Landschaft tiefgreifend verändert. Die Mehrheitsbildung wird immer fragiler. Zudem gerät die CDU in eine existentielle Krise. Die Demografie erzwingt andere Mehrheiten, schon länger erkennbare Zeichen verstärken sich in letzter Zeit dramatisch. Die offene Gesellschaft ist längst nicht mehr vollständig intakt. Die Digitalisierung sorgt für eine immer stärkere informelle Spaltung und Seggregation. Dazu vollzieht sich eine Zersplitterung der einst dominanten Volksparteien. Die Parteienlandschaft verändert sich zugunsten einer Stärkung politischer Ränder und populistischer Gruppierungen.
Regierungsbildung und Regieren werden plötzlich zu politischer Schwerarbeit. Es ist nun auch fraglich, ob es gelingen kann, noch auf Dauer stabile Regierungen zu bilden.

In Sachsen-Anhalt und in Berlin hängen nun Politik und Wirtschaft immer mehr von Kompetenzen und Wankelmut entscheidender Akteure ab.
Der Historiker Dr. Ronald G. Asch, ehemaliger Professor am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit hat die aktuelle Lage in einem lesenswerten Beitrag in CICERO analysiert. Er warnt vor einer Ethnopolitik von zwei Seiten und sieht die Stabilität in Gefahr, wenn Parteien ihre Wahlversprechen an der Herkunft ausrichten und die Staatsbürgerschaft ohne jeden emotionalen Wert vergeben wird.

Ethnopolitik von zwei Seiten
Deutschlands Demokratie in der identitätspolitischen Falle — Ronald G.Asch | 02.10.2026 | Cicero.de