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7.824.694.850 Menschen leben auf Planet Erde

Nairobi 2020

Am 1. November 2020 veröffentlicht die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Zusammenarbeit mit dem Population Reference Bureau (PRB) aus Washington D.C. den DSW-Datenreport 2020. Die darin dargestellten weltweiten soziodemografischen Entwicklungen stehen in diesem Jahr im Kontext von COVID-19.

„Unser Datenreport widmet sich in diesem Jahr aus gutem Grund der Fragestellung, inwieweit globale soziodemografische Entwicklungen die pandemische Verbreitung von Krankheiten fördern. Wir sehen am aktuellen Beispiel der COVID-19-Pandemie, wie beengte Lebensverhältnisse und schwache Gesundheitssysteme die Eindämmung von Erkrankungen erschweren, wenn nicht sogar verhindern. Die Ausbreitung von COVID-19 hat uns gezeigt, wie fragil viele Gesundheitssysteme sind – und das nicht nur in Ländern mit niedrigem und mittleren Einkommen. Damit Regierungen die grundlegende Gesundheitsversorgung – und damit das Menschenrecht auf Gesundheit – künftig in Krisenzeiten aufrechterhalten können, brauchen wir Investitionen in die Stärkung von Gesundheitssystemen – und zwar weltweit“, erklärte dazu Jan Kreutzberg, Geschäftsführer der DSW.

Die Welt ein Dorf – 5 Fragen 5 Antworten zu Weltbevölkerung –

Weltgesundheit liegt aktuell im Fokus

Mehr als 7,8 Milliarden Menschen leben im Jahr 2020 auf der Erde. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und der von ihm verursachten Krankheit COVID-19 konfrontiert. Binnen weniger Monate ist aus COVID-19 eine Pandemie und damit eine globale Krise entstanden. Frauen, Jugendliche, in Armut lebende Menschen sowie indigene Gemeinschaften leiden vielerorts besonders unter den wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Auswirkungen der Corona-Krise.

Demografie, Urbanisierung, Migration

Hinzu kommt der Umfang der heutigen Bevölkerungsbewegungen durch Reisen und Migration. Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung weltweit. Ältere Bevölkerungsgruppen haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19. In Italien, das im Frühjahr 2020 stark von der Pandemie betroffen war und nun die zweite Welle durchmacht, sind laut dem DSW-Datenreport 23 Prozent der Menschen 65 Jahre oder älter. In Ostafrika hingegen leben überwiegend junge Menschen. Nur drei Prozent der Bevölkerung sind 65 Jahre oder älter. Dort scheint das Virus nach aktuellen Erkenntnissen weniger Tote zu fordern. Stattdessen bekommen die Menschen in Ländern südlich der Sahara die indirekten Folgen der Pandemie besonders stark zu spüren, allen voran die ausgesetzte oder stark reduzierte medizinische Grundversorgung für andere gesundheitliche Anliegen als COVID-19-Erkrankungen.

Verhütung und Gesundheitsdienste sind stark begrenzt

Der DSW-Datenreport macht auch auf mögliche langfristige Folgen der Corona-Pandemie aufmerksam: Im Frühjahr und Frühsommer 2020 war in Tansania der Bedarf an moderner Verhütung nur zu 53 Prozent gedeckt, in Eritrea sogar nur zu 20 Prozent. Infolge der Pandemie wird in vielen Ländern der Zugang zu Kontrazeptiva verzögert. Hinzu kommt, dass Gesundheitsdienste stark eingeschränkt sind und die medizinische Behandlung z.B. von Menschen, die mit HIV leben, erschwert wird.

Über den DSW-Datenreport:

Der DSW-Datenreport bietet aktuelle demografische und sozioökonomische Daten für alle Länder und Regionen der Welt – von den Bevölkerungsprojektionen bis 2050 über die Lebenserwartung bis zur Nutzung von modernen Verhütungsmitteln.

Die DSW und das Population Reference Bureau (PRB) kooperieren seit 1997 bei der Veröffentlichung des Datenreports. Der DSW-Datenreport 2020 ist die deutsche Adaption des 2020 World Population Data Sheet.

Weitere Informationen:

DSW-Datenreport 2020

Aktualisierte Länderdatenbank für Online-Recherchen