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Die BVG feierte ihren 90. Geburtstag

Michaelbrücke und Trias

Am 1. Januar 1929 nahm die damalige Berliner Verkehrs-Aktiengesellschaft ihren Betrieb auf. Vor genau 90 Jahren setzte Ernst Reuter als Stadtrat für Verkehr des Berliner Magistrats eine große Vision um: die drei großen Verkehrsunternehmen der Stadt, die Berliner Straßenbahn-Betriebs-Gesellschaft, die Hochbahngesellschaft und die Allgemeine Berliner Omnibus AG, wurden zusammengeführt. Der Grundstein für die heutige BVG wurde gelegt, dem heute mit mehr als 14.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern größten öffentlichen Nahverkehrsunternehmen in Europa. Zehn U-Bahnlinien, 22 Straßenbahn- und mehr als 150 Buslinien sowie sechs Fährverbindungen bringen jährlich mehr als eine Milliarde Fahrgäste sicher und zuverlässig an ihr Ziel.

Schon weit vor der Gründung begann in Berlin der öffentliche Personennahverkehr. Mit Gründung der Berliner Verkehrs-Aktiengesellschaft wurde der öffentliche Personennahverkehr zum kommunalen Vorzeigebetrieb der Metropole Berlin, der weltweite Vorbildwirkung erzielte. Durch die wechselvolle deutsche Geschichte, mit Wirtschaftskrise, Nazi-Diktatur, zweiten Weltkrieg und die lange Zeit der deutsche Teilung hindurch behauptete sich die Idee eines großen öffentlichen Unternehmens das Personennahverkehrs.
Mit der deutschen Wiedervereinigung fusionierten BVG (West) und BVB (Ost) am 1. Januar 1992 unter dem Namen Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). 1994 wurde die BVG in eine Anstalt des öffentlichen Rechts umgewandelt.
Im August 2008 verlegte die BVG ihren Hauptsitz aus Schöneberg nach Berlin-mitte, in die neue BVG-Zentrale im Trias-Gebäude in der Nähe des Bahnhofs Jannowitzbrücke. Die bisherigen Standorte an der Potsdamer Straße sowie an der Rosa-Luxemburg-Straße (heutiges Grenander-Haus) wurden weitgehend aufgegeben.

Inzwischen stellt sich die BVG vielen modernen Herausforderungen der boomenden Metropole: Digitalisierung, neue Mobilitätskonzepte, Energieeinsparung, Umwelt- und Klimaschutz und °Corporate Behaviour°, was mit Unternehmensethik übersetzbar ist. So wendet die BVG den Deutschen Corporate Governance Kodex und das Landesgleichstellungsgesetz an und hat sich deren Zielen verpflichtet. Seit wird auch ein vorbildliches Betriebliches Gesundheitsmanagement ausgebaut.
Inzwischen befindet sich die BVG in der größten Phase der Neubeschaffung von Fahrzeugen. Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen werden bis 2025 in großen Stückzahlen neu beschafft.

Gleichwohl hält die Neubeschaffung nach Jahren scharfer Sparpolitik derzeit kaum mit den wachsenden Fahrrgastzahlen Schritt. Fahrernangel, Zugausfälle, Graffiti-Schmierer und erhöhte Abnutzung sorgen für tägliche Krisenmeldungen. So bliebt die Feierlaune zum „Neunzigsten“ ein wenig gedämpft.

Niederflur-Straßenbahnwagen Flexity Berlin am Hauptbahnhof
Niederflur-Straßenbahnwagen Flexity Berlin am Hauptbahnhof , Foto von Kurt Rasmussen

90 Bäume für Berlin – statt Fest-Bankett

Zum 90-jährigen Betriebsjubiläum verzichtete die BVG bewusst auf große Feierlichkeiten und schenkt der Stadt Berlin stattdessen 90 Bäume. Die neunzig neuen Standorte werden natürlich im Rahmen des Baumspendenprogramms des Senats eng mit den Fachleuten der zuständigen Verwaltung abgestimmt. Im kommenden Frühjahr sollen schon die ersten Bäume gepflanzt werden.

„Wir stehen für Nachhaltigkeit und umweltfreundliche Mobilität“, sagte Dr. Sigrid Nikutta Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der BVGzum Jubiläum. „Diese 90 Bäume sind ein Symbol dafür und für unsere Verwurzelung in unserer Stadt. Wie mit unseren Bussen und Bahnen leisten wir mit den Neupflanzungen aber auch einen Beitrag dazu, dass die Berliner Luft noch besser wird.“

Dr. Sigrid Nikutta sagte weiter: „Ernst Reuters Vision für die BVG war es, Mobilität für alle aus einer Hand anzubieten. Und das bleibt unser Anspruch für die Zukunft – mit Smartphone sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass wir schon bald eine App haben werden, die Bus und Bahn mit den vielen anderen Mobilitätsformen, wie das Fahrrad, das Carsharing mit E-Autos, den E-Roller, das Taxi und den Rufbus miteinander vereint. Der klassische Hochleistungsnahverkehr mit großen Bussen und Bahnen wird dabei das Rückgrat unserer Stadt bleiben. Dank der Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln wird das Mobilitätsangebot in Zukunft aber so vielfältig und einfach sein, dass das eigene Auto zur Ausnahme wird und Berlin statt Parkplätzen Parks und Spielplätze anlegen kann. Und dafür, dass unsere Stadt noch lebens- und liebenswerter wird, wollen wir im Jubiläumsjahr einen besonderen Beitrag leisten.“

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin: „Große Gelber, U-Bahn und Tram prägen Berlins Stadtbild. In guten wie in schlechten Zeiten, in Krieg und Frieden, in Teilung und Vereinigung – die BVG ist seit 90 Jahren mit dabei. Sie bewegt die Berlinerinnen, Berliner und unsere Gäste. Dafür danken wir Generationen von Mitarbeitenden, die bis heute dafür rund um die Uhr arbeiten. Eine Metropole lebt aus den Impulsen der Vergangenheit: Ernst Reuter hatte den Innovationsgeist, die BVG zu gründen. Sie wird mit neuen Ideen und Technologien auch das 21. Jahrhundert meistern. Wir Berlinerinnen und Berliner werden mit unserer BVG auch in Zukunft gut fahren – durch dick und dünn. Herzlichen Glückwunsch, BVG!“

BVG Doppeldecker und Obus in Steglitz
BVG Doppeldecker und Obus in Steglitz , Foto vom Archiv der BVG

Zum Jubiläum gratulierte auch Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe und Aufsichtsratsvorsitzende der BVG: „In 90 Jahren hat die BVG Generationen von BerlinerInnen befördert, zur Arbeit, zu Freunden, zum Konzert oder TouristInnen ins Hotel. Die BVG hat alle Höhen und Tiefen der geteilten Stadt erlebt, die harte Konsolidierungszeit hat auch bei der BVG Spuren hinterlassen, die wir heute leider spüren. Damit die Berlinerinnen und Berliner auch in den nächsten 90 Jahren verlässlich und klimafreundlich von A nach B kommen, stehen die Zeichen wieder auf Wachstum: Wir investieren in Fahrzeugbeschaffung, Elektromobilität und Bahnhofsmodernisierung. Mein besonderer Dank gilt all den 14.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BVG, die Berlin rund um die Uhr und an allen Tagen der Woche am Laufen halten.“

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hob die Bedeutung der BVG noch einmal besonders hervor: „Die BVG stand schon für eine Mobilitätswende, als es das Wort noch gar nicht gab. Sie ist auch jetzt der unverzichtbare Grundpfeiler für eine lebenswerte Stadt, in der alle sicher, schnell und komfortabel von A nach B kommen sollen. Wir wollen und wir werden mit der BVG in die Zukunft fahren.“

Überschwänglich zeigte sich Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB):

„Die BVG ist Kult, ist schon jetzt ein Mythos und steht wie kaum eine andere Marke für Berlin. Ich gratuliere der BVG ganz herzlich und danke vor allem auch den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Was wäre das #VBBLand ohne die BVG? Nicht auszudenken! Künftig wollen und müssen wir noch viel mehr BVG-Fahrzeuge sehen. Der Zuwachs der Fahrgastzahlen erfordert es ganz einfach. Außerdem: #weilwirsielieben.“

Auch Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin gratulierte: „Als fünf Jahre ältere „Schwester“ gratuliert die S-Bahn herzlich zum 90. Geburtstag. Zusammen halten wir Berlin mobil. Für die Zukunft wünschen wir viele Investitionen in den Ausbau von Strecken und neue Fahrzeuge, denn die Aufgaben wachsen für den ganzen öffentlichen Verkehr! – Danke für die gute Zusammenarbeit.“

Weitere Gratulanten waren Ingo Wortmann, Präsident des Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV) und Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn: „Berlin ohne BVG wäre nicht Berlin – sie ist ein Wahrzeichen fast wie der Berliner Bär. Ich wünsche den ehemaligen Kolleginnen und Kollegen für das Beschreiten immer neuer Wege weiterhin diesen feinen Mix aus Biss und Leichtigkeit. Dit is‘ Berlin.“

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