Freitag, 24. Mai 2024
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Nächste Generation: „Klima-Aktivisten ab in den Tagebau!“

Steinbruch

Von Michael Springer

„Klima-Kleber“ die sich als eine Art „Endzeit-Sekte“ auf Verkehrswegen festkleben, und dazu sogar von US-Milliardären über den „Climate Emergency Fund“ finanziert werden, stoppen CO2- und Methan-Emissionen nicht! — Auch Angriffe mit Lebensmitteln auf Kunstwerke, und der gefährliche Eingriff in den Luftverkehr am Flughafen Berlin-Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) sorgen nur für Aufregung und weitere, vermeidbare Klima-Gas-Emissionen.

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) und Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) haben die Blockade des Berliner Flughafens BER durch Klimaaktivisten zu letzt scharf kritisiert. — Eine Debatte um abschreckende Gesetzes- und Strafverschärfungen ist in Gang gekommen.

Inzwischen werden Befürchtungen über eine weitere weitere Radikalisierung der Klimaschutz-Aktivisten werden laut. — Doch wie real sind die „Untergangs-Visionen“ der Klimaschutz-Aktivisten wirklich?

Die Aktivisten der „Letzten Generation“ berufen sich auf eine „Letztgültigkeits-Fiktion“, mit der sie ihre „Taten“ begründen! — Diese Vorstellung von einem möglichen Ende der Zivilisation sollte sehr ernst genommen und wissenschaftlich aufrichtig bewertet werden.

Dazu muss auch die Tatbegründung hinterfragt werden!

Die moralische Tatbegründung der Klimaschutz-Aktivisten geht von einer Irreversibilität der CO2-Emissionen aus. — Doch diese Tatbegründung ist heute als falsch erkannt! 

Erdklima stabilisiert sich selbst

Wissenschaftlich wurden andere Hinweise gefunden: Constantin W. Arnscheidt und Daniel H. Rothmann vom Massachusetts Institute of Technology berichten, dass die Temperaturschwankungen über Zeiträume von bis zu 400.000 Jahren nicht höher sind, als auf den ermitelten Zeitskalen von etwa 4000 Jahren.

Das Erdklima hat sich daher rätselhafterweise in geologischen Zeiträumen selbst reguliert! — Ein wichtiger Faktor wurde bisher offenbar in der Forschung wenig beachtet: der Prozess der geologischen Silikatverwitterung.

Das Mineral Silikat ist auf der Erde ist in nahezu allen Gesteinen enthalten und löst sich unter dem Einfluss von Kohlensäure – die durch Lösung von Kohlendioxid in Wasser entsteht – langsam auf. Dabei entzieht es das Kohlendioxid dauerhaft der Atmosphäre.

Ein Beitrag des Wissenschaftsjournalisten Lars Fischer, „Klimaschwankungen: Das Erdklima stabilisiert sich selbst“ in der Zeitschrift“ ( spektrum | 17.11.2022 ) deutet auf die stabilisierende Wirkung eines chemischen Kreislaufs hin, der allgemein und weltweit durch die Silikatverwitterung entsteht.

Bergbau und Tagebau von Silikatgesteinen könnten daher den Prozess der Silikatverwitterung beschleunigen und CO2 rückholbar binden. — Doch dazu sind Innovationen im Bauwesen und in der Baustoff- und Grundstoff-Industrie nötig, die im Gigatonnen-Maßstab weltweit CO2 aus der Atmosphäre herausholen und in fester Materie neu binden.

Vereinfacht: Der Mensch könnte seinen täglichen CO2-Fußabdruck und die selbst verursachten CO2-Emissionen durch Gewinnung und Produktion von „Silikatstaub“ kompensieren, der mit Wasser und Kohlensäure in Verbindung gebracht wird.

Amorphes Siliziumdioxid, ein Nebenprodukt der Siliziummetallproduktion, wird heute schon als Zuschlagstoff und Additiv zur Verbesserung der Eigenschaften von Beton- und technischen Mörteln verwendet. Beton mit 40% verringerten CO2-Emissionen wird heute schon hergestellt, wie etwa der auch in Berlin tätige Hersteller Cemex für seinen Vertua®-Beton angibt.

Das ist aber nicht genug!

Silikatsande müsste künftig technisch im Gigatonnen-Maßstab erzeugt werden, und nach künstlich beschleunigter Verwitterung vielseitig als Rohstoff und Baustoff eingesetzt werden.

Der Einsatz als Fällmittel in kohlenstoffreichen Meerwasser wird bereits im Rahmen von Geo-Enginering-Projekten vom Hereon RETAKE -Verbund innerhalb der DAM-Forschungsmission „Marine Kohlenstoffsenken in Dekarbonisierungspfaden“ (CDRmare) erforscht und erprobt.

Dafür wird unter Anderem der natürliche Prozess der Silikatverwitterung künstlich beschleunigt, der sonst auf Zeitskalen von Tausenden von Jahren das Klima auf der Erde wieder abkühlt. Insgesamt handelt es sich bei der marinen Alkalinitätserhöhung ( AE ) um eine Methode, die auf zuverlässige und nachhaltige Weise den Klimawandel und seine Folgen abmildern könnte.

Weitere Einsatzmöglichkeiten sind denkbar: in regenreichen Gebieten könnten Silikate auch eine CO2-Bindung in Fassadenfarben, in Dachbaustoffen, in Anstrichen und Anti-Foulinganstrichen und in Wegebau-Materialen übernehmen.

Proteste der „Letzen Generation“ — ein Zeichen für Neuanfang!

Die Proteste der „Letzen Generation“ stecken in einer moralischen und psychologische Sackgasse. Diskurse und Dialoge über mögliche sinnvolle Innovationen und ganz große gemeinsame Anstrengungen werden eher verhindert, als neu angestoßen. Die Aktivisten der „Letzen Generation“ bereiten ungewollt die Lage für einen Neuanfang vor, der Irrtümer eingesteht, und auf Basis tatsächlicher wissenschaftlich-technischer Erkenntnisse weiter an aussichtsreichen und nachhaltigen Lösungen arbeitet.

Während sich noch Politik und Justiz aus Abschreckungsgründen mit Präventivhaft und Strafmaß für Klimaaktivisten der „Letzen Generation“ befassen, reift die Zeit für die „Nächste Generation“ heran!

Die „Nächste Generation“ schaut sich zuerst in Tagebauen, Wüsten und Bergbaufolgelandschaften und aquatischen Ökosystemen um. — Und man analysiert Grundstoffindustrien und neue CO2-neutrale Wertschöpfungsketten — und denkt über und humane Arbeitsformen zur CO2-Circle-Economy nach!

ms