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Neuer Ladetarif für Elektroautos in Berlin

Elektroautos: Strom zum Kilowattpreis

Berlins öffentliche Ladesäulen für Elektroautos bekommen einen neuen, transparenten Ladetarif, der den Nutzerinnen und Nutzern von E-Autos zugutekommen soll. Künftig erfolgt die Abrechnung nach Kilowattstunden statt nach einer Pauschale.

Kilowatt statt „Session Fee“

Der bisherige „Session Fee“–Pauschalpreis, der Anfang 2018 aus Gründen des Eichrechts eingeführt werden musste – wird nun durch einen rein nach Kilowattstunden abgerechneten Tarif ersetzt. An den be-emobil Ladestationen des Ladeinfrastrukturbetreibers Allego wird künftig nur noch die geladene Strommenge berechnet.

Mit dieser Umstellung geht das Land Berlin auf den Wunsch vieler Nutzerinnen und Nutzer ein, das Tarifmodell einfacher zu gestalten und die Preistransparenz zu erhöhen.

Das neue Tarifmodell gilt ab heute, 15.8.2019, und betrifft alle be-emobil Ladesäulen, die die Firma Allego betreibt. Die Allego GmbH stellt die rund 290 Ladesäulen (mit 540 Ladepunkten) im Auftrag des Landes eichrechtskonform um.

Tarif mit hohen Strompreisen

Der neue Tarif (0,39 €/kWh an AC-Ladesäulen bzw. 0,59 €/kWh an DC-Ladesäulen) regelt zunächst nur, zu welchem Preis die Mobilitätsdienstleister (MSPs) den Zugang zur Ladeinfrastruktur erhalten – die Preise für die Endkunden, die mit den Service-Providern Verträge abschließen, können davon differieren. Die neuen Tarife gelten für die an dem Berliner Modell beteiligten Mobility-Service-Provider (MSP) New Motion, PlugSurfing, Ladenetz, ChargeNow, EnBW und Maingau Energie.

Die Preise liegen z.T. deutlich über dem Preis für Haushaltsstrom von 29,4 Cent pro Kilowattstunde. Anbieter EnBW ist derzeit
mit umgerechnet 54,4 Cent bundesweiter Spitzenreiter. Hundert Kilometer Fahrt in einem Standard-Elektroauto mit einem Stromverbrauch von 15 kWh würden somit rund 8,16 Euro kosten. Der Preisvorteil zum konventionellen Fahrzeug ist damit weg.

Berliner Modell der Ladeinfrastrukturbetreiber

Das Land Berlin fördert bereits seit zehn Jahren den Ausbau an Ladeeinrichtungen im öffentlichen Raum. Um ein einheitliches System für alle öffentlichen Ladesäulen zu erhalten, wurde das Berliner Modell entwickelt: Es garantiert, dass alle Nutzer*innen eines E-Autos an jeder Ladeeinrichtung problemlos laden können. Zugleich wird über eine betreiberunabhängige Plattform ein Wettbewerb zwischen den Service-Providern ermöglicht. Das Berliner Modell ist offen für die Beteiligung weiterer Ladeinfrastrukturbetreiber und Mobilitätsdienstleister, sofern diese die Vorgaben des Berliner Modells erfüllen.

Bisher wurden auf diese Weise 290 Ladesäulen mit rund 540 Ladepunkten in Berlin, vorwiegend im öffentlichen Raum, realisiert. Der Aufbau geht beschleunigt voran: Bis Ende 2020 errichtet Allego bis zu 400 weitere Ladepunkte an bis zu 200 Standorten. Ziel ist, dass dann gut 1.140 Ladepunkte im öffentlichen und halböffentlichen Raum zur Verfügung stehen, darunter rund 40 Schnellladepunkte (DC). Dazu hat das Land Berlin den Vertrag mit dem Konsortium um Allego bis Mitte 2022 verlängert.

Ausbau der Ladeinfrastruktur

Im Rahmen eines vom Bundesverkehrsministerium finanzierten Forschungsprojekts („ElMobileBerlin“) wird gemeinsam mit Projektpartnern aus Wirtschaft und Forschung an der Errichtung von bis zu 1.000 Ladeeinrichtungen an Laternenmasten im öffentlichen Raum in Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf gearbeitet. Projektpartner ist hier die Ubitricity GmbH. Das Laden an Laternenmasten soll Bürgerinnen und Bürgern die Nutzung eines Elektrofahrzeuges erleichtern. Das anfangs nur mit der Mobile-Metering-Technik von Ubitricity mögliche Laternenladen soll in das Berliner Modell integriert werden, damit auch hier ein diskriminierungsfreier Zugang mit einem Standardladekabel möglich wird.

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, erklärt zu den Plänen: „Berlin setzt Maßstäbe im Bereich Ladeinfrastruktur: Wir bauen das Angebot an Ladepunkten konsequent aus und vereinfachen das Tarifmodell, damit E-Autos auf öffentlichem Straßenland künftig so bequem wie möglich aufgeladen werden können. Das ist die Voraussetzung, um immer mehr Menschen davon zu überzeugen, auf klimafreundliche Elektromobilität umzusteigen.“

Ulf Schulte, Geschäftsführer Allego Deutschland, sagt: „Neben der Entwicklung einer digitalen, vernetzten Mobilitätskultur ist der flächendeckende Ausbau der Ladeinfrastruktur ein tragender Baustein des Berliner Modells. Gemeinsam mit dem Land treiben wir die Modernisierung und den Ausbau einer engmaschigen, eichrechtskonformen Ladeinfrastruktur für die Hauptstadt weiter voran.“

Mit steigenden Strompreisen schwindet aber auch der Anreiz, sich ein eigenes Elektrofahrzeug zu kaufen.

Quelle: Pressemitteilung Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz | 15.08.2019

ms
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