Home > Polizeimeldungen > Bundespolizei-Einsatzschiff BP 81 „Potsdam“ in Dienst gestellt

Bundespolizei-Einsatzschiff BP 81 „Potsdam“ in Dienst gestellt

Einsatzschiff der Bundespolizei „BP 81 Potsdam“

Am 22. Juli 2019 wurde in Neustadt in Holstein die BP 81 „Potsdam“ als erstes von drei neuen Einsatzschiffen der Bundespolizei feierlich in Dienst gestellt. Der Schiffsname „Potsdam“ wurde als besonderes Zeichen der Verbundenheit und Wertschätzung zwischen der Bundespolizei und der Stadt Potsdam als Dienstsitz des Bundespolizeipräsidiums gewählt.

Durch die hochseetaugliche „Potsdam“ und ihre nachfolgenden Schwesterschiffe – BP 82 „Bamberg“ und BP 83 „Bad Düben“ – werden drei 28 Jahre alte Schiffe ersetzt. Die neuen Einsatzschiffe verfügen unter anderem über ein Hubschrauberlandedeck für den Hubschrauber „Super Puma“ und Staumöglichkeiten für die Ausrüstung von Spezialkräften. Es wird in Cuxhaven stationiert und ist in der Nordsee im Einsatz.

Das neue hochseetaugliche Bundespolizei-Schiff und fast so groß wie eine Marine-Korvette: 86 Meter lang, mit 21 Knoten (39 km/h) Höchstgeschwindigkeit und 48 Besatzungs-Mitgliedern.

Die „Potsdam“ und ihre bald folgenden Schwestern „Bamberg“ und „Bad Büden“ wurden von der Fassmer-Werft GmbH & Co. KG in Berne bei Bremen entwickelt.

Während die „Potsdam“ komplett in Berne gebaut wurde, wurden aus Kapazitätsgründen die Bauaufträge für den Rohbau der beiden anderen Schiffe an die Werft Western Baltija Shipbuilding in Klaipėda (Litauen) vergeben. Ihre Rümpfe wurden anschließend zur Fertigstellung nach Deutschland geschleppt und auf der Fassmer Werft ausgerüstet und fertig gestellt.

Die drei neuen Bundespolizei-Schiffe bekommen auch je ein modernes Schiffsgeschütz mit einem Kaliber von 57 mm Mk 110 Mod 0 Naval Gun System, das von BAE Systems Bofors produziert wird. Das Geschütz kann gegen eine breite Palette von möglichen feindlichen Zielen eingesetzt werden und ist zugleich ein Nahbereichsverteidigungssystem für schwer zu bekämpfende Ziele wie Seezielflugkörper. Jedes Geschoss besitzt einen programmierbaren Zünder, der über bis zu sechs mögliche Betriebsmodi verfügt: Aufschlag (gegen kleine, ungepanzerte Überwasserziele), zeitverzögert (gegen größere, gepanzerte Überwasserziele) und Annäherung (drei Modi; gegen Luftziele). Das System verfügt über eine Zweiweg-Munitionszuführung, so dass zwei Munitionstypen ohne Zeitverzug situationsabhängig eingesetzt werden können.

Die militärische Reichweite der Geschosse beträgt bis zu 17 Kilometern. Flugziele können bis in ca. 7,6 km Höhe bekämpft werden.

Die stärke Bewaffnung entspricht den modernen Schiffen der US-Küstenwache und wird mit der potentiellen Gefahrenlage begründet, die etwa bei Anschlägen auf Kreuzfahrtschiffe und Fähren oder Geiselnahme durch Terroristen entstehen. Auch die Entführung von Gefahrgut-Frachtern/Tankern und die Bedrohung kritischer Infrastrukturen wie z.B. Offshore-Anlagen, von Häfen und Hafenstädten können mit der derzeitigen Bewaffnung nicht wirksam verhindert werden.

Die Bordgeschütze sollen vor allem eine effektive Androhung und Durchsetzung polizeilicher Maßnahmen auf See in einem Wirkbereich von 300 Meter bis mindestens 6.000 Meter Entfernung ermöglichen. Deutlich wahrnehmbare Warnschüsse sollen abgegeben werden und auch große Frachtschiffe sollen notfalls durch Beschuss zum Aufstoppen gezwungen werden können.

Für die Beschaffung von drei Schiffsgeschützen des Typs „57 mm Mk3“ einschließlich erforderlicher Unterstützungssysteme sind Haushaltsmittel von rund 24 Mio. Euro vorgesehen.

ms
Dieses Medium ist öffentlich! Inhalte werden im Internet wiederauffindbar archiviert. Cookies werden nur aus technischen Gründen verwendet, um Zugriffs-Statistiken zu messen und um Cloud-Dienste zugänglich zu machen. Mehr Informationen siehe Datenschutz- und ePrivacy-Hinweise.