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Deutsche Bahn benötigt weitere Milliarden Euro

ICE 3 in Köln

Das rund 33.400 Kilometer lange deutsche Schienennetz ist eines der meist frequentierten in Europa. Täglich sind bis zu 40.000 Züge des Personen- und Güterverkehrs von mehr als 440 Eisenbahnunternehmen hier täglich unterwegs. Reisende und Waren werden in einem eng getakteten und ausgeklügelten System an ihre Ziele gebracht.

Mit der Strategie „Starke Schiene“ war die DB mit einem Wachstumskurs in das Jahr 2020 gestartet. Neben zusätzlichen Kapazitäten bei Fahrzeugen und Personal soll vor die hochbelastete Eisenbahninfrastruktur erneuert und entwickelt werden. Die Modernisierung des Schienennetzes, der Stationen und Energieanlagen ist geplant. Gleichzeitig wird die Infrastruktur gegen Störungen robuster gemacht. Mittel- bis langfristig werden der Aus- und Neubau von Strecken und Knoten sowie die Digitale Schiene in Deutschland mehr Platz auf dem Schienennetz schaffen.

Im Jahr 2020 investiert die DB insgesamt 12,2 Milliarden Euro.Mit den Geldern erneuert die Bahn rund 1.800 Kilometer Gleise, über 160 Brücken und mehr als 1.900 Weichen. 800 Bahnhöfe werden modernisiert, darunter die Hauptbahnhöfe Dortmund und Hannover sowie Berlin Zoologischer Garten. Auch in zahlreiche kleinere und mittelgroße Bahnhöfe wird kräftig investiert, z.B. in neue Rolltreppen, barrierefreie Zugänge, Rampen, Aufzüge, Anzeigetafeln für Reisende, Sitzbänke, Wegeleitsysteme, Fußböden.

Bundesweit sind 46 Großprojekte im Bau, 18 Spatenstiche stehen an und 11 Großprojekte werden fertiggestellt, beispielsweise der MegaHub in Lehrte, eine Schnellumschlaganlage für den Güterverkehr). Die Elektrifizierung der Ausbaustrecke München–Lindau wird endlich fertig.

Einbruch der Fahrgastzahlen in der Corona-Krise

Aktuell sorgt die Corona-Krise für gewaltige Belastungen bei der Deutschen Bahn. Der massive Einbruch der Fahrgastzahlen – bei gleichzeitig fast komplettem Erhalt des Fahrplans – reißen ein tiefes Minus in die Bilanz. Insbesondere die Fahrgastzahlen im Fernverkehr sind auf 10 bis 15 Prozent des Niveaus vor der Krise zurückgegangen. Dazu kommen Probleme im Güterverkehr, die noch unabsehbare Kosten verursachen.

Am 15.Mai wird der Aufsichtsrat über die neue Entwicklung informiert. Ein weiterer Finanzbedarf in Milliardenhöhe wird dann angemeldet. Weitere 8-10 Milliarden Euro bis 2025 werden benötigt.

ms