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Polizeiliche Kriminalstatistik 2020 öffentlich vorgestellt

Polizei Berlin: Wache am Alexanderplatz

Am 26.3.2012 haben Berlins Innensenator Andreas Geisel und Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik die Polizeiliche Kriminalstatistik 2020 vorgestellt. Die Erfolge und Reformanstrengungen der Polizei Berlin in Einzelbereichen werden durch einen allgemeinen Rückgang der Kriminalität überdeckt, denn die Corona-Pandemie hat insgesamt einen Rückgang der Kriminalität bewirkt.

Das wohl sichtbarste Zeichen der Reform ist die Polizeiwache auf dem Alexanderplatz, die diesen zentralen Ort insgesamt sicherer gemacht hat.

Allgemeine Zahlen
Im Jahr 2020 wurden in Berlin 504.142 Straftaten registriert. Das ist gegenüber 2019 ein Rückgang um 9.284 Fälle oder 1,8% . Damit ging auch die Häufigkeitszahl (Anzahl der Straftaten je 100.000 Einwohner) auf 13.739 im Jahr 2020 zurück. Das ist der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung. Es wurden 136.053 Tatverdächtige ermittelt, wobei der Anteil der in Berlin wohnenden Tatverdächtigen auf 75,4 gestiegen ist. Die Aufklärungsquote erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,4 %-Punkte auf 46,1 %. Das ist der beste Wert der letzten 10 Jahre.

Corona-Pandemie eine große Herausforderung
Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung stellten 2020 auch die Sicherheitsbehörden des Landes vor besondere und zum Teil neuartige Herausforderungen, betonte Innensenator Andreas Geisel: „Zahlreiche Tatgelegenheiten für Kriminelle sind in den Phasen des Lockdowns verschwunden. Es gab kaum Touristen in der Stadt, keine Großveranstaltungen mit Publikum, die Geschäfte waren überwiegend geschlossen. Die Menschen waren vermehrt im Homeoffice. Das führte zum Teil zu deutlich weniger Diebstählen.“

Auf der anderen Seite eröffneten sich aber andere, neue Strukturen für kriminelles Handeln, sagte der Berliner Innensenator. Er nannte als Beispiele das viel stärker genutzte Internet für Warenbestellungen, die Möglichkeiten des Betruges bei der Beantragung von Corona-Soforthilfen sowie neue Formen des Enkeltricks.

Weitere Zahlen mit rückläufigen Tendenzen
Im Zeitraum des ersten Lockdowns, also in der Zeit vom 14.03. bis 31.05.2020 nahmen die Diebstahlsdelikte um 27% ab, die Rohheitsdelikte um 14,2%, Vermögensdelikte um 29,2%
Bei den Rohheitsdelikten zeigte sich der Rückgang auch im Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung um 14,8%. Im Bereich der Eigentumskriminalität waren in der ersten Lockdown-Phase die stärksten Rückgänge erkennbar. So nahm der KfZ-Diebstahl in dieser Zeit um 80,4% ab, der Taschendiebstahl um 52,5% und der Wohnraumeinbruch um 45,0%.

Dieser zeitlich begrenzte Rückgang wirkte sich auch auf die gesamte Jahresbilanz aus. Bei fast allen Diebstahls- und bei den Raubdelikten ist für das gesamte Jahr ein Rückgang festzustellen. An vorderster Stelle stehen hier der Taschendiebstahl mit einem Minus von 19 %, der Diebstahl von Kraftwagen mit minus 23,8 % sowie der Wohnraumeinbruch mit minus 11,2 %. Einzige Ausnahme bildet hier der Keller- und Bodeneinbruch mit einem Anstieg von 15 %.

Subventionsbetrug als neue Deliktform
Als ein besonderes Delikt in Zeiten der Pandemie erwies sich der Subventionsbetrug im Zusammenhang mit der unberechtigten Beantragung von „Corona-Soforthilfen“. Im LKA Berlin wurde 2020 frühzeitig eine Ermittlungsgruppe zur Bekämpfung dieser Taten eingerichtet. Diese Zahlen steigen weiter an und werden die Strafverfolgungsbehörden auch im Jahr 2021 beschäftigen. Aktuell sind im LKA Ermittlungsverfahren zu fast 3000 derartigen Betrugsfällen mit einer potentiellen Schadenssumme von derzeit über 41 Millionen Euro in Bearbeitung.

Gewalt gegen Polizei- und Vollstreckungsbeamte
Beim Widerstand gegen und tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen ist bei den Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten erneut eine Zunahme zu verzeichnen: Im Jahr 2020 wurden 7.505 von ihnen im Zusammenhang mit der Ausübung ihres Dienstes Opfer einer Straftat gegen die Freiheit und körperliche Unversehrtheit (eine Zunahme von 12,8%).
Innensenator Geisel sagte dazu: „Angriffe auf Polizisten, Feuerwehr- und Vollstreckungsbedienstete, die unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie ihre Arbeit verrichten, sind für mich untragbar und nicht akzeptabel. In persönlichen Gesprächen mit Einsatzkräften wurde mir von einem bisher nicht bekannten Aggressionspotential berichtet. Auch auf den zahlreichen Corona-Demos ging Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten von Teilnehmenden aus, die man gemeinhin in der bürgerlichen Mitte ansiedeln würde. Diese Angriffe verurteile ich zutiefst.“

Polizeipräsidentin Dr. Slowik betonte die Fürsorge gegenüber den Beschäftigten: „Vor dem Hintergrund der fortwährenden Zunahme an Angriffen war es mir wichtig, neben den bereits bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten in der Polizei Berlin eine Hotline für betroffene Kolleginnen und Kollegen einzurichten. An diese können sie sich mit sämtlichen Fragen zu privaten Versicherungen über die dienstliche Unfallfürsorge bis zu konkreten psychischen Unterstützungsmaßnahmen unmittelbar wenden und erhalten dort schnell sowie unbürokratisch Hilfe. Niemand sollte nach einem Angriff das Gefühl haben, alleine zu sein – das gilt für meine Kolleginnen und Kollegen ebenso. Wie all jenen, die in dieser Ausnahmesituation, in dieser Zeit der Pandemie die Gemeinschaft zusammengehalten haben, gilt meinen Kolleginnen und Kollegen mein aufrichtiger Dank, dass sie jeden Tag aufs Neue aus Überzeugung ihren Dienst zum Wohle der Allgemeinheit aufnehmen und sich dieser Gewalt entgegenstellen.“

Redaktioneller Hinweis:
Zur Politischen Kriminalität ist ein eigener Beitrag geplant.

Weitere Informationen:

Polizeiliche Kriminalstatistik Berlin


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