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Sozialverband SoVD warnt vor steigender Ausgrenzung und sozialer Kälte

Sozialverband Deutschland e.V.

Die neoliberale Moderne verlangt dem Menschen viel ab: wer Erfolg haben will, muss sich mit Kalkül und Kalkulation zur Welt positionieren. Die Seele empfindet das selbst als Kälte und muss sich gegen äußere Einflüsse panzern – bis der Burnout droht. Kühle und zweckgerichtete Kommunikation, gepaart mit gewinnenden Kommunikationsstil sichern das erfolgreiche Individuum ab.

In der Kommunikations- und Konkurrenzgesellschaft gibt es aber auch Opfer, denen ausgeklügelte Selbstmanagement-Taktiken nicht mehr zum Erfolg verhelfen, weil sie direkte Lasten, Zumutungen und Leid spüren – und in wachsenden Maß auch keinen Einfluss auf irgendeinen Erfolg haben. Sie empfinden die kommunikative Umwelt nur noch als kalt, seelenlos – und werden vom Mitbürger zum Objekt zweckgerichteter Kommunikation.

Hotlines und Call-Center verbreiten die soziale Kälte noch. Warm umworben werden nur noch Neukunden, Kunden und Abonnenten, die positive Zahlungsflüsse versprechen.

Wird das frei verfügbare Einkommen knapper, weil Nettoeinkommen und Wohnkosten in ein Missverhältnis geraten, droht der soziale Abstieg. Die unteren Einkommensgruppen unterhalb eines Medianeinkommens geraten in immer mehr kalte Abstiegsfallen, aus denen sie selbst sich gar nicht mehr wirksam befreien können. Die Politik spricht dann kühl und distanziert von wachsender sozialer Kälte, und nimmt nicht einmal verfügbare Mittel und Instrumente in die Hand, um etwas zu verändern.

Nur noch Betroffenenverbände reagieren ….

Der Sozialverband SoVD warnt vor steigender Ausgrenzung und sozialer Kälte in Deutschland. „Trotz der jahrelangen positiven wirtschaftlichen Entwicklung stehen immer mehr Bürgerinnen und Bürger am Rand der Gesellschaft. Sie spüren soziale Kälte“, warnt SoVD-Präsident Adolf Bauer.

Und weiter: „Ungebrochen wächst die Einkommenskluft in unserer Gesellschaft. Viele Betroffene sind nicht in der Lage, Miete zu zahlen oder angemessen zu heizen.“ Es sei ein verschobenes Kräfteverhältnis zulasten sozial Benachteiligter festzustellen. „Mit viel Engagement und mit vielen Aktionen werden wir mit einer bundesweiten Kampagne als starke Gemeinschaft gegen soziale Kälte mobilisieren“, sagt Adolf Bauer.

„Die Zahl der SoVD-Mitglieder ist seit 2009 von 510.000 auf heute rund 600.000 angewachsen. Das ist auffällig in einer Zeit, in der die Mitgliederzahlen in Vereinen, Parteien und Kirchen sinken. Zudem zeige die Entwicklung auf, dass immer mehr Menschen Unterstützung benötigen, um zu ihrem Recht zu kommen“, sagt Bauer. Der Sozialverband berät seine Mitglieder bundesweit in Fragen des Sozialrechts.

Bundesverbandstagung des SoVD: „Mit dir. Für alle. Gegen soziale Kälte“

Vom 8. bis 10. November findet in Berlin die 21. ordentliche Bundesverbandstagung des SoVD unter der Leitidee „Mit dir. Für alle. Gegen soziale Kälte“ statt. Auf der Auftaktveranstaltung wird Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sprechen.

Der SoVD bildet in ganz Deutschland eine starke Gemeinschaft, die etwas gegen soziale Kälte unternimmt. Mit der Bundesverbandstagung wird auch die SoVD-Kampagne für mehr soziale Gerechtigkeit gestartet. Eine Themenseite mit Videos informiert: Soziale Kälte SoVD-Kampagne für mehr soziale Gerechtigkeit

Der SoVD vertritt die sozialpolitischen Interessen der gesetzlich Rentenversicherten, der gesetzlich Krankenversicherten, der pflegebedürftigen, behinderten und sozial benachteiligten Menschen. Sitz des Verbandes ist seit 2003 Berlin im Bezirk Mitte. Rund 600.000 Mitglieder sind momentan in 12 Landesverbänden und bundesweit rund 2.300 Orts- und Kreisverbänden organisiert.

Als Kriegsopferverband 1917 gegründet setzt sich der SoVD seit über 100 Jahren für Solidarität und soziale Gerechtigkeit ein.


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Mit anzeigio – social wird ab 1.1.2020 ein neuer Anzeigentarif eingeführt, der zweckgebundene Budgets für soziale Projekte generiert, die Ziele der UN-Agenda 2030 umsetzen. Leitbild ist die inklusive soziale und digital arbeitsteilige Plattform- und Marktwirtschaft, die effektives Wirtschaften und soziale Gerechtigkeit verbindet. Der Anzeigentarif gilt bereits für Berlin und die Metropolenregion mit Brandenburg. Mehr Informationen z.Zt. nur auf Anfrage: info@anzeigio.de

ms
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