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Verschwindet das alte Ideal von Stadtöffentlichkeit & Stadtgesellschaft?

Strukturwandel der Öffentlichkeit

Jürgen Habermas analysierte den Strukturwandel der Öffentlichkeit vor sechzig Jahren. Sein Werk wurde zum Klassiker und Grundlagenwerk der politischen Philosophie.
Seitdem haben sich die digitale Vernetzung, eine entgrenzte Kommunikation und vielfältige medial-digitale und sozial-interaktive Medientechnologien stürmisch entwickelt.

Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit hat sich entwickelt – Zeit für eine Bestandsaufnahme und Analyse.

Die Herausgeber Martin Seeliger und Sebastian Sevignani haben neu angesetzt, und einen umfangreichen Sonderband der sozialwissenschaftlichen Zeitschrift «Leviathan» publiziert, der dem derzeitigen Stand kritischer Medienforschung mit dreissig Autorinnen und Autoren nachspürt. — Sie fragen dabei nach der Zukunft der Demokratien, indem sie Integration der Weltgesellschaft und den Mediengebrauch in den Blick nehmen.

Martin Seeliger und Sebastian Sevignani haben auch Jürgen Habermas als Autor gewonnen, der in einem aktuellen Beitrag zum Problemkomplex einer digitalisierten Öffentlichkeit Stellung nimmt. —Die Frage taucht dabei auf, ob wir es überhaupt noch mit „Öffentlichkeit“ zu tun haben — zumal wenn digitale Hürden den allgemeinen Zugang zu Nachrichten beschränken?

Aus dem Klappentext:
„Öffentlichkeit ist wichtig für die Demokratie, und sie wandelt sich. Ihre aktuelle Entwicklung vollzieht sich im Spannungsfeld dreier Sequenzen institutionellen Wandels – der Globalisierung, der Kommodifizierung und der Digitalisierung des Sozialen. Diese beleuchten die Beiträge des Bandes in Diskussion mit der Öffentlichkeitstheorie von Jürgen Habermas, der seine eigenen Überlegungen zu einem erneuten Strukturwandel der Öffentlichkeit vorstellt. Das Buch wendet sich an ein breites interdisziplinäres Publikum aus den Sozial- und Kulturwissenschaften, das an lebendigen und funktionierenden Öffentlichkeiten interessiert ist und anhand fundierter Zeitdiagnosen einen Überblick zu aktuellen Veränderungen und den damit verbunden Chancen und Herausforderungen für die Legitimität und Wirkmächtigkeit der Demokratie gewinnen möchte.“

Mit Beiträgen von
Markus Baum, Timon Beyes, Ulrich Brinkmann, Donatella della Porta, Leonhard Dobusch, Renate Fischer, Nancy Fraser, Jürgen Habermas, Heiner Heiland, Maximillian Heimstädt, Otfried Jarren, Sandra Kostner, Georg Krücken, Felix Maschewski, Anna-Verena Nosthoff, Claudia Ritzi, Christof Roos, Hartmut Rosa, Martin Seeliger, Sebastian Sevignani, Philipp Staab, Thorsten Thiel, Tanja Thomas, Hans-Jörg Trenz, Silke Van Dyk, Fabian Virchow und Michael Zürn.

Literaturhinweis:

Seeliger | Sevignani
Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit?

Sonderband Leviathan 37 | 2021

Herausgegeben von Dr. Martin Seeliger, Dr. Sebastian Sevignani
Nomos, 2021, 498 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-8487-7171-4 | 99,– €

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Einfach.SmartCity.Machen: Berlin! — Aktuelles Mediennutzungsverhalten, Datenanalysen, Medienvielfalt und höchste Informationsdichten und Individuelle und soziale Praxis dekonstruieren und disruptieren das althergebrachte Konzept von Stadtöffentlichkeit und Stadtgesellschaft. Die an analoge Schriftform und an Präsenz gebundene Demokratie mit ihren Gesetzen und Regeln wird mehr und mehr in Frage gestellt. Kontrollverlust, Dauer-Erregungszustände, Nachrichtenflut und Politkversagen und Verlust der Datensouveränität werfen zivilisatorische Grundsatzfragen auf. Wie zukunftsweisend sind Politik, Gemeinsinn und Gemeinwohl und Wohlstand, wenn es keine gemeinsame Stadtöffentlichkeit mehr gibt? Was bedeutet das für Partizipation, Teilhabe, soziale Initiativen, Politik und Wirtschaft?
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