Montag, 04. März 2024
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Ausflug zum Glauer Tal

Hartriegel-Sträucher im Glauer Tal

Von Amina Mendez

Etwa 30 Kilometer südwestlich von Berlin befindet sich ein schönes Ausflugsgebiet: die natürliche Tallandschaft am Fuße der Glauer Berge. Sie ist Teil des Nuthe-Nieplitz Nationalparks. Eiszeitlich geformt, ist sie aus steppenartigen Sandfeldern, Dünen und Heideflächen komponiert. Die Nährstoffarmut des Bodens hat hier Pionierwälder aus Birke und Kiefer hervorgebracht. Die Wechsel von Geröll- und Sandablagerungen mit feuchten Wiesen, sumpfigen Niederungen und flachen Seen bringen ein abwechslungsreiches Landschaftsbild zu Tage.

Die Blankenseer Straße beginnt in Löwendorf bei Trebbin und mündet nach wenigen Kilometer im Dorf Blankensee. Sie führt vorbei an vielen Naturschönheiten der Region. Zur Winterzeit hat der Hartriegel seine Blätter abgelegt und zeigt seine nackten roten Zweige Haut. Die in der Sonne rot leuchtenden Sträucher sind in der kalten Jahreszeit eine landschaftliche Attraktion. Ein überraschender und ungewöhnlicher Farbeffekt in der kalten Jahreszeit, die im Kontrast zu grünen Wiesen und Feldern und zur Waldkulisse steht.

Feuchtniederung im Glauer Tal
Feuchtniederung in den Niederungen bei Glau – Foto: © Amina Mendez

Wasserspielplatz, Kräutergarten und Wildgehege in einem

Die Straße führt auch zum NaturParkZentrum Glauer Tal, das eine Ausstellung und touristische Informationen zum Naturpark Nuthe-Nieplitz anbietet. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Wildgehege Glauer Tal. Hier können die Wildtiere der Nuthe-Nieplitz-Niederung beobachtet werden: Damhirsche, Rotwild, Europäische Mufflons und sogar Wölfe sind hier zu Hause.
Das Wildgehege bietet großen Chancen, die Tiere hinter abgezäunten Bereichen in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. — Im Frühling sind mit etwas Glück auch Hirsche bei der Brunft zu beobachten.
Seit 2018 lebt hier auch ein Elch, namens Bulle Bert, im Naturpark Nuthe-Nieplitz. Er ist einer der wenigen Elche, die sich in Deutschland niedergelassen haben.

Hochsitz mit Birken
Hochsitz mit Birken – Foto: © Amina Mendez

Ein entspannender Mix aus Natur und Historie

Die Nuthe-Nieplitz Niederung bietet schöne Wanderwege für einen Streifzug durch die Natur. Ein gut ausgebautes Wegenetz ist vom Ausgangspunkt NaturParkZentrum Glauer Tal oder von der nahen Stadt Trebbin erreichbar.
Auch ein Ausflug zum nahegelegenen Schloss Blankensee lohnt. Das Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert ist im Stil des märkischen Barock erbaut. Ein wunderschöner Garten mit Seen und verwunschenen Ausblicken umrahmt das Herrenhaus und den von der Nieplitz durchflossenen Schloßpark.

Der Blankensee bietet zu Zeiten der Vogelzüge auch schöne Gelegenheiten, um Kraniche zu beobachten.
Im Februar 2024 wurden sogar einige wenige überwinternde Kraniche auf nahen Feldern gesichtet.

Vor allem im Herbst und im Frühjahr rasten die Kraniche in der Region, um sich für den Flug in den Süden zu stärken beziehungsweise zurück in ihre Brutgebiete zu fliegen. Viele Kraniche setzen ihre Reise fort, um in Osteuropa und Skandinavien zu brüten. Mit etwas Glück kann man heutzutage auch im Glauer Tal überwinternde Kraniche auf den Feldern und Wiesen erspähen.

Bizarrer Kiefernwald
Bizarrer Kiefernwald – Foto: © Amina Mendez

Ein guter Standort für die Vogelbeobachtung ist auch der ehemalige Kommandoturm bei Löwendorf. Eine Ausstellung informiert über die militärische Geschichte des Turms. Insbesondere in der Dämmerung kann man hier gut Wildtiere und Vögel beobachten.

Früher millitärisch genutzt, heute ein Ort des Friedens

Von Blankensee bis Trebbin, von Schönhagen bis nach Mietgendorf erstrecken sich die Glauer Berge. Diese Hügellandschaft ist eiszeitlich geprägt. Ein Gletscher drang über Geröll-, Sand- und Mergelfelder hinweg, er formte eine Stauchmoräne von zirka 100 Metern Höhe.
Das 623 Quadratkilometer große Areal steht heute unter Naturschutz. Viele Wanderrouten führen durch die Glauer Berge, zum Beispiel zum Fuchsberg, Kesselberg oder Kapellenberg. Viele Besucher schätzen die Ruhe und den Frieden, den die Landschaft verströmt.
Der Kapellenberg ist 79 Meter hoch, dort befand sich tatsächlich mal eine Kapelle. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die Berge als Raketenstützpunkt der Roten Armee.

Im Gebiet der Glauer Berge, gleich an der Blankenseer Straße findet man auch die Friedensstadt. Die einstige sowjetische Garnison mit Namen Glau wird seit 1994 für zivile Zwecke genutzt. Das ehemalige Unteroffiziersheim der Sowjetarmee und ein DDR-Plattenbau können noch in ihrem Originalzustand besichtigt werden. In der Johannischen Kirche finden regelmäßig Konzerte statt, bekannt ist der Ort auch durch den Blankenseer Musiksommer.

Park von Schloss Blankensee
Park von Schloss Blankensee – Foto: © Amina Mendez

Weitere Informationen:

www.naturpark-nuthe-nieplitz.de
www.stadt-trebbin.de
www.blankenseer-musiksommer.org