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Douglas entwickelt sich zur d­igi­tal­en ­Bea­uty­-Pl­att­for­m

Douglas

Von Michael Springer

Douglas ist heute als Europas größte Parfümeriekette mit über 2.500 Filialen bekannt. Sie hat ihren Ursprung in der Hansestadt Hamburg.

Genau am 5.Januar 1821 gründete der schottische Seifensieder John Sharp Douglas seine Seifenfabrik in der Hamburger Speicherstadt. Die 200-jährige Geschichte wurde jüngst vom NDR gewürdigt.

Die erste Douglas-Parfümerie entstand aus dem Zusammentreffen dreier Frauen. Mit Berta Kolbe übernahm 1909 erstmals eine Frau die Geschäftsführung bei J.S. Douglas Söhne. Sie erhielt eine geschäftliche Anfrage von Anna und Maria Carstens: Die Schwestern wollten eine eigene Parfümerie unter dem etablierten Namen „Douglas“ eröffnen. Die Frauen kommen ins Geschäft: Am 24. Mai 1910 erteilt Berta Kolbe den Carstens Schwestern per Vertrag „den Fräulein Carstens das Recht, der Firma des zu gründenden Geschäfts die Bezeichnung ‚Parfümerie Douglas‘ anzufügen“ – unter der Bedingung, dass die Schwestern ihre Seifenprodukte künftig exklusiv von der Seifenfabrik beziehen.
Die Carstens-Schwestern eröffneten damals die erste „Parfümerie Douglas“ am Neuen Wall in Hamburg, die es bis heute gibt. Es ist zugleich eine der ersten Vorbilder für moderne Franchise-Systeme.

Douglas entwickelte sich weiter, die ganze Geschichte ist bei Wikipedia nachlesbar. Sechs Filialen wurde 1969 durch die HUSSEL AG übernommen, und seitdem ist Douglas weiter kontinuierlich gewachsen.

In Deutschland gibt es heute rund 450 Filialen, die überwiegend in besten City-Lagen zu finden sind, und mit gefragten Sortimenten zum Erfolg der Innenstädte beigetragen haben.

Die Corona-Krise ist auch an Douglas nicht spurlos vorbei gegangen. Und so wurden in der vergangenen Woche Schließungspläne für rund 50 Filialen bekannt gegeben.

Doch die Schließungspläne haben nicht nur mit der Corona-Krise zu tun, sondern basieren auf der langfristigen Unternehmensstrategie und der ambitionierten Digitalisierungsstrategie von Douglas.

Vom Einzelhandel zur Premium-Beauty-Plattform

Das ursprünglich im Einzelhandel tätige Unternehmen wird unter der Führung von CEO Tina Müller zur führenden Premium-Beauty-Plattform Europas entwickelt.
Dazu hat das Unternehmen das erfolgreiche Strategieprogramm #FORWARDBEAUTY gezielt weiterentwickelt.

Tina Müller, Group CEO Douglas: „Mit #FORWARDBEAUTY haben wir E-Commerce frühzeitig ins Zentrum gerückt und Douglas zu einem erfolgreichen Omnichannel-Händler mit stark wachsendem Online-Geschäft gemacht. Jetzt gehen wir den entscheidenden Schritt und entwickeln Douglas zur ersten voll integrierten europäischen Beauty-Plattform. Digital First wird dabei unsere neue Grundhaltung. Unser Ziel ist, alle Prozesse im Unternehmen mit digitalen Lösungen besser zu machen. Wir werden vom Händler mit Onlineshop zum Digitalunternehmen mit stationärem Geschäft.“

Wachstumsrekord im E-Commerce

In den vergangenen Jahren ist der E-Commerce-Umsatz durchschnittlich um rund 35 Prozent pro Jahr gewachsen und erreicht inzwischen über 750 Millionen Euro jährlich (LTM). Douglas nähert sich damit mit großen Schritten der Umsatzmilliarde im E-Commerce. Gestützt auf die gewachsene Onlinekompetenz konnte das Unternehmen zuletzt aktiv auf die Corona-Pandemie reagieren und die Nachfrage der Kunden verstärkt in digitale Kanäle lenken. Douglas geht davon aus, dass diese Verschiebung in Teilen nachhaltig sein und sich langfristig weiter in diese Richtung entwickeln wird. Bereits im vergangenen dritten Quartal verzeichnete Douglas mit +70,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Wachstumsrekord im E-Commerce-Geschäft.

Neue Zukunft der Filialen in den Innenstädten

Als integraler Bestandteil der vernetzten, datenbasierten Beauty-Plattform wird die Filiale mehr als ein reiner Verkaufspunkt sein und als Erlebniswelt in den Innenstädten ein wesentlicher Bestandteil der ganzheitlichen Customer Journey bei Douglas.
In den Filialen geht es um Beratung, Erlebnis und Service sowie um Neukundengewinnung für das Online Geschäft. Die Trennung zwischen den Kanälen wird so schrittweise aufgehoben.
Über zielgenaue Programme sind die Filialen auch direkt am Erfolg des E-Commerce beteiligt, etwa bei erfolgreicher Neukundenakquise für die App.
Über digitale Serviceangebote wie „Click & Reserve“ oder „Click & Collect“ sind die Filialen mit dem E-Commerce-Geschäft vernetzt. Die Verzahnung von Technologie und Logistik ermöglicht zudem „Ship from Store“, das bereits heute flächendeckend in französischen Filialen erfolgreich eingesetzt wird und noch vor Weihnachten auch in ausgewählten deutschen Filialen startet.
Durch den Zugriff des Online-Shops auf die Bestände einzelner Filialen werden Lagerbestände im gesamten Filialnetz so effizient aktiviert. Damit werden die Filialen Teil des digitalen Marktplatzes und erhalten eine neue Rolle auf der integrierten Beauty-Plattform.

Breites Produktangebot und breite Kundenbasis

Der Erfolg des Marketplace ist eindrucksvoll: Ende 2019 hatte Douglas seinen Marketplace für Beauty in Europa im deutschen Heimatmarkt gestartet. Durch das exklusive Partnerprogramm hat Douglas mit dem Marketplace das Gesamtsortiment binnen zwölf Monaten auf über 100.000 hochwertige Produkte verdoppelt und bietet heute europaweit das breiteste Sortiment. Über den Marketplace erweitert Douglas sein Online-Sortiment um Angebote exklusiv ausgewählter Partner, ohne zusätzliche Warenbestände aufzubauen. Kooperationspartnern ermöglicht der Marketplace, die bestehende Infrastruktur (z. B. Zahlungsabwicklung) zu nutzen und von der Bekanntheit und Marktstellung von Douglas zu profitieren: Die Partner haben Zugang zu rund 44 Millionen Douglas-Beauty-Card-Kunden.

Einsatz von KI-Technologien in der Supply-Chain

Mit dem Wandel vom Omnichannel-Anbieter zur Premium-Beauty-Plattform geht auch die nächste Innovationsstufe einher. Douglas digitalisiert als erster Händler sein gesamtes Lieferketten-Management mit der KI-gesteuerten Software von Relex Solutions. Die Digitalisierung umfasst den Einkauf aller Produkte von allen Lieferanten zur Verbesserung von Warenverfügbarkeit und -bestand in Onlineshops und Filialen des Unternehmens.
Darüber hinaus setzt das Unternehmen die KI ein, um die Wirksamkeit von Marketingkampagnen zu steigern und individuelle Warenplatzierungen in den Douglas Filialen zu optimieren. Auch die Personalplanung für Logistikstandorte und Filialen verbessert sich durch den Einsatz von KI.
Auch für die Presse gibt es eine Neuerung: der Kontakt zur Pressestelle wird über die Digital Asset Management Plattform von Bynder hergestellt, die Teams ermöglicht, in der Cloud zusammenzuarbeiten, Inhalte schneller auf den Markt zu bringen und die Wirkung ihrer Marketinginhalte zu maximieren.