Dienstag, 23. April 2024
Home > Aktuell > Erinnern & Gedenken in Berlin 2033 — konnte künstliche Intelligenz helfen, Archive lebendig zu halten?

Erinnern & Gedenken in Berlin 2033 — konnte künstliche Intelligenz helfen, Archive lebendig zu halten?

Berlin: Gedenken & Erinnern 2033

Von Michael Springer

Auch am 30. Januar 2033 wird an das Datum der Machtübernahme der Nazis 1933 gedacht werden. Eine schreckliche Ära begann vor dann genau 100 Jahren. An deren Ende standen Abermillionen Tote und über 6 Millionen ermordete Menschen mit jüdischer Herkunft, Lebensbiographie, Kultur und Wissenskultur. Ein unermesslicher und unersetzlicher Verlust für die ganze Welt!

Die Zeitzeugengeneration lebt im Jahr 2033 lange nicht mehr. Die heute schrift- und sprachkundige Generation wird dann Schwierigkeiten haben, die Gedenk- und Erinnerungskultur noch aufrecht zu halten.
Bewegte Bilder und heutige Mediatheken sind nicht geeignet, um eine authentische Erinnerungskultur zu erhalten. Lebendige und authentische Gedenk- und Erinnerungskultur wird auch 2033 nur möglich sein, wenn es Dialoge, Diskurs, Streite und persönliche Begegnungen, Medienforen und freie künstlerische Medienformate gibt.

Aktuell läuft erschwerend ein beispielloser Kulturbruch, der zur Entkopplung von Geschichts- und Pressearbeit, von Intellektuellen und Journalismus und Segregation der interessierten Stadtgesellschaft führt. — Die Erinnerungskultur dazu noch hinter die Abo-Paywalls verbannnt. Die lesenden Eliten haben darob auch noch den Kontakt zur nachwachsenden Generation verloren.

Bürgergeld plus Vereinsförderung aus Programmen wie „Demokratie leben“ und „Kulturförderung“ verstärken diese Entkoppelung noch. Antragsökonomien und Corona-Logdowns haben die Stadtgesellschaft in geförderte Vereine, prekäre freie Literaten und Künstler:innen und Betroffenen-Vereinigungen und in nicht geförderte Wissens- und Kulturträger gespalten.

Gedächtnisverlust durch Lokalpresse- und Redaktions-Sterben

Schon ab dem Jahr 2016 war es auch nicht mehr möglich, freie Presse über unabhängige Internetwerbung zu den wichtigen Themen der Gedenk- und Erinnerungskultur zu finanzieren. Lokaljournalisten als lebendige Wissensträger und Dauerbeobachter haben unschätzbare Funktionen für Politik und Gesellschaft.

Die politischen Parteien haben jedoch das Desaster des Lokalzeitungssterbens ignoriert, und das nachfolgende Desaster des Wegfalls der schwindenden Ertragsgrößen bei Verlagen übersehen.
Gleichzeitig wird mit Sorge nach Thüringen und auf den Mittleren Westen der USA geblickt, wo Populismus und „Trumpismus“ und „Schlimmeres“ aus den „Lokalpresse-Wüsten“ entwachsen!

Über 300 Journalisten haben seit der Corona-Pandemie in Berlin ihre Arbeit verloren (bzw. sind gekündigt), oder haben sich in staatliche Pressestellen „geflüchtet..“ — Freie Medien entstehen hinter Paywalls und Spenden-Diensten. Radikale Medien werden durch hintergründige Stifter direkt finanziert.

Im Rückblick aus dem Jahr 2033 tat sich „Erinnerungs- und Kulturbruch auf, als man dazu begann, Geschichte in Apps einzufangen, und Simulationen der Geschichte zu pflegen. — Publizistisches Interesse erlosch, spätestens mit der Corona-Pandemie. Bücher zur Stadtgeschichte entschwanden in die „In-App-Ökonomien“ und wurden für das große Publikum unsichtbar. Auffindbar noch in den Museums-Shops der Gedenkstätten und in Autoren-Seiten im Internet.

Es gibt nun im Jahr 2023 „fast gläserne Bürger“ aber keine „gläsernern DataCenter.“

In Berlin wird so das Erinnerungspotential für Kultur und Kulturtourismus immer weniger genutzt. Die Archive und Museen geraten aus einstigen zentralen Kultur-Positionen mehr und mehr an den Rand des allgemeinen Interesses. Sie werden zu „Special Interest-Angeboten“ für überschaubare Zielgruppen, die vom „Charisma der Kuratoren“ und nicht mehr vom Kultur- und Bildungswert getrieben werden.

Gedenkstätten drohen zu verwaisen, Museen, Bundesarchiv, das Landesarchiv, die Landesbibliothek und das Deutsche Historische Museum und das Stadtmuseum drohen über die Zeit ihre Bedeutung und Wirkung und ihre Bildungsfunktionen zu verlieren.
Zudem sind die an Ehrenamtlichkeit gebundenen christlichen und jüdischen Glaubensgemeinschaften und Gemeinden von Förderantrags-Ökonomien geprägt, denen keine Langzeit- und Dekaden-Sicherheit innewohnt.

Projekt „Erinnern & Gedenken in Berlin 2033“

Das Projekt „Erinnern & Gedenken in Berlin 2033“ wird nun als „unabhängiges unsichtbares Stealth-Projekt“ gestartet, das zunächst im „nicht öffentlichen Dialog“ mit Künstlicher Intelligenz und mit BigData-Quellen interagiert.
ChatGPT wird z.B. eingesetzt. Gleichzeitig müssen „rechte und doktrinäre Gedankenmodelle“ in den Ausgaben von AI-Systemen erkannt und „korrigiert“ werden.

Ziel ist es, Redaktionsformate und automatische Abruf-Medienformate zu generieren, die auch in den kommenden Jahren menschliche Redaktionsarbeit erleichtern, und Archivzugänge aufschließen können.

Um Missbrauch und Fehler auszuschließen, werden die Arbeitsergebnisse vor Veröffentlichung durch Experten-Personen auditiert und lektoriert. Kontakt bitte über die Redaktion aufnehmen!

Kontakt: info@berlin-mitte-zeitung.de | Stichwort: „Geschichtsvergessenheit abwenden!“


Einfach.SmartCity.Machen: Berlin! — Ab 1. Oktober 2023 gibt es dynamische MediaBudgets für jedes Thema in der Stadt! Christliche, jüdische und muslimische Gemeinden können mit flexiblen MediaBudgets ausgestattet werden: Autor-Beiträge, Rubriken, Kalender, Autor-Honorare* und Marketing ohne digitale Hürden und Bezahlschranken werden möglich! Die Höhe der MediaBudgets kann selbstgewählt werden!
info@anzeigio.de