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Jeder kann helfen – Waldumbau in Berlin

Freiwillige entnehmen die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) in den Berliner Wäldern

Mehr als 80 Freiwillige aus ganz Deutschland helfen vom 5. 9. bis 2.10. 21 mit, den Berliner Wald zu retten und für die klimatischen Herausforderungen der Zukunft zu rüsten. Initiiert und angeleitet wird die Aktion von dem Verein Bergwaldprojekt e.V. aus Würzburg. Er arbeitet dabei eng mit dem Landesbetrieb Forst Brandenburg und Berliner Forsten zusammen, die das Projekt mit Fachkompetenz begleiten.

Im Visier stehen verschiedene Reviere in Tegel, Grunewald und Grünheide. Dort wird flächig die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) von den freiwilligen Mitarbeitern aus dem Wald entnommen. Diese Baumart stammt aus Nordamerika und stellt neben dem Wildverbiss die größte Gefahr für den heimischen Waldbestand dar. Durch ihre Resistenzen gegen den Wildverbiss ist sie den heimischen Baumarten im Vorteil und kann sich rasch verbreiten.

Nach der Entfernung der Spätblühenden Traubenkirsche werden gleich anschließend 10.000 neue Laubbäume gepflanzt, um ein Wiederanwachsen der importierten Baumsorte zu verhindern. Die Neupflanzungen von Buche, Traubeneiche, Winterlinde, Hainbuche und Esskastanie werden unmittelbar durch Wildschutzzäune geschützt, um die Spätblühende Traubenkirsche und das Wild zurückzudrängen.

Durch eine vielfältige Mischwaldkultur aus Eiche, Linde, Ulme und Buche kann auch die Trinkwasserversorgung Berlins nachhaltig verbessert werden. Laubmischwälder konservieren das Wasser im Gegensatz zu immergrünen Nadelwäldern. So kann die Grundwasserneubildung steigen und der Wasserhaushalt verbessert werden. Durch den Waldumbau kann so das versickernde Niederschlagswasser langfristig um bis zu 50 Prozent gesteigert werden.

Über den Bergwaldprojekt e.V.

Der Bergwaldprojekt e.V. engagiert sich seit 30 Jahren im ökologischen Waldumbau in ganz Deutschland und hat mit Freiwilligenarbeit bereits Tausende Hektar naturfernen Wald in klimastabile und naturnahe Mischwälder gewandelt.

Peter Naumann, Vorstand des Bergwaldprojekts: „In den letzten drei Jahren haben wir in Deutschland über 300.000 Hektar Wald durch die Folgen der Erderwärmung verloren. Zwar waren dies meist labile Altbestände aus Fichte und Kiefer, aber trotzdem fehlt damit ein wertvolles Schutzgitter gegen Frost, Hitze und Erosion im naturnahen Umbau der Wälder. Den Umbau in noch stehenden Beständen wie in den Berliner Kiefernforsten mit standortheimischen Mischbaumarten zu starten, ist daher die einzige Möglichkeit, die Waldökosysteme zu stabilisieren und zu erhalten.“


Weitere Informationen:

www.bergwaldprojekt.de