Montag, 04. März 2024
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Antiismus-Beauftragter nimmt die Arbeit auf!

Alpaka-Therapie für die Kulturpolitik

Glosse von Ali An-Packer

Berlins weltoffener Kultursenator Joe Chialo lernt in der vielfältigen, interkulturellen und dissonanten und internetschnellen Weltmetropole Berlin täglich neu hinzu. — Er arbeitet im derzeit wohl spannendsten „Echtzeit-Anlernberuf“ der Stadt – auf 891,81 km² mit rund 3,9 Mio. Menschen — und jeweils sechsstelligen internationalen Gästezahlen und dazu entsendeten Arbeitskräften und Zufluchtsuchenden.

Inzwischen hat Joe Chialo erkannt: Grundstücksgeschäfte müssen spekulations- und traumneutral in nicht öffentlichen Gremien und Ausschüssen im Parlament vorbereitet und „durchgezogen“ werden. Nur so können Spekulation und Preistreiberei halbwegs gedimmt werden. — Es ist eine neue Chance für die Friedrichstraße, die nun ihre Kaufhaus-Magnetfunktion nochmals neu erdenken und erfinden kann!

Die „kulturadministrativ-konservative Idee“, staatlichen Förderempfängern unter den Künstlern und Kulturproduzenten ein „politisches Haltungsbekenntnis“ abzuverlangen, musste inzwischen nach breiten internationalen Protesten und Boykottaufrufen zurück genommen werden.
Es wäre ein Eingriff in die Kunstfreiheit, und es würde die Kulturwelt wieder in „Künstler“ und staatlich beauftragte „Kulturschaffende“ aufteilen — wie schon in der alten DDR üblich war – und noch früher, in der ausgehenden Weimarer Republik, als Nazis sich der Kultur bemächtigten.

In der Senatskulturverwaltung sollte nun nach guten Beispielen gesucht werden, und eine neue, positive Kulturpolitik in Gang gesetzt werden, die ohne die Miasmendünste alter ideologischer Theorien und jakobinisch-kommunikativer Politikvorgaben auskommen kann.

Weltoffenheit, Respekt, interkulturelles Verstehen und Lern- und Entdeckerfreude wären universelle Eigenheiten, die in einer komplexen und dynamischen Medienumwelt den Rahmen für Hochkultur, Erlebnisse und Verbundenheit neu wachsen lassen.

Zuviel Buchstaben und Suhrkamp-Echos im Kopf?

Sind unsere Kulturwelt und unsere Medienlandschaft und die Demokratie inzwischen von einer Vielzahl von alten Ideen, Anwürfen, Gedankenmodellen, Identitätspolitiken, Ideologien und „ismen“ vergiftet?

Werden Künste, Künstler und Publikum inzwischen durch immer mehr immaterielle, theoretische und fiktive Konstrukte in immer noch kleinere „Grüpplein“ und „SocialMedia-Zirkel“ geteilt, fraternisiert und fraktalisiert? —

Ist die Politik und Kulturpolitik darob so sehr in Rage und in Verzweiflung, dass nur noch mehr Bürokratie, Administration und „Gedankenbetreuungsbeauftragte“ über „Ismen“ wachen, und dazu auch noch „Anti-Ismen-Beauftragte“ auf Gedankenfährten, Meme, Schlagworte und Textbausteine ansetzen?

Es reicht!

— Es sind genug „Ismen“, „Fiktionen,“ „Narrative“ und „ideologische Wach-Tabletten in der Welt! —

„Wer soll die ganzen ideellen Anforderungsnoten, Haltungsvorschriften, Dos & Don`ts lesen und befolgen?“

Ausweg: Antiismusbeauftragte bestellen und berufen!

Künftig wird hier der Antiismusbeauftragte in der Kulturwelt eingreifen, kommentieren, glossieren und für die Müllabfuhr von obsoleten und unerwünschten Gedankenmodellen sorgen!

Ein Andenkamel namens „Ali An-Packer“ wird das Wort ergreifen, und als gutmütiger Beauftragter für Offenheit, Offene Gesellschaft und Selbstreflektion tätig werden!

Liebe, Respekt und Großzügigkeit sind im Umgang mit kreativen Menschen, Gästen und Besuchern in Kunst und Kultur in Berlin gefordert!

Kultursenator Joe Chialo, Kulturstaatsministerin Claudia Roth und alle interessierten Kultur-Institutionen können die Anregung gern aufnehmen, und selbst eigene Alpakas als „Antiismusbeauftragte“ bestellen und berufen und auf Behördenfluren und in Foyers wandeln lassen!

Als liebenswürdige Grasfresser halten die „Andenkamele“ Gärten und Vorgärten in Ordnung, verbreiten eine friedliche Stimmung auch auf Bürofluren, bauen Aggressionen und Mikroaggressionen ab — ganz ohne Worte!

Offenheit auch in den Köpfen des Publikums

— Kunstfreiheit und Weltoffenheit wachsen eben ohne Vorbedingungen und politische Expressionen und Projektionen. — Taktung und Diktat der „Info-Blasen“ und „Echokammern“ können verlassen werden! Neuronale „Echos,“ „Meme“ und „Narrative können ihre suggestive, beschränkende und beängstigende Macht verlieren! —
— Aufwändige Beschilderungen mit Verhaltensanweisungen an Kulturorten und Disclaimer in Förderbescheiden werden vielleicht schon bald als ganz überflüssig empfunden! —

Haus der Kulturen der Welt
Haus der Kulturen der Welt – ein Ort in Berlin, wo Liebe, Respekt und Großzügigkeit gelebt werden! — Foto: © Michael Springer
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